Das Kreuz-Symbol

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Kosmisches Kreuz

Apsismosaik, Classe bei Ravenna, Sant´Apollinare in Classe, geweiht 549

 

Geometrische Betrachtung

 

Betrachtet man ein Kreuz nach seinen geometrischen Einzelkomponenten, nämlich einer vertikalen und einer horizontalen Linie, so findet sich eine Erklärung für die Entstehung der Bedeutung dieses uralten Symbols: die Verbindung dieser beiden Linien zu einem Kreuz symbolisiert die Verbindung zwischen Himmel und Erde. - Die horizontale Linie steht symbolisch für die Erde, die vertikale Linie für den Himmel.

Außerdem teilt ein Kreuz in vier Segmente. Somit wird ein Kreis, der Vollständigkeit symbolisiert, durch ein Kreuz in vier  Kreissegmente unterteilt. Auch weist das Kreuz auf die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten hin und symbolisiert, wie es im alten Ägypten hieß, die vier Säulen, die das Himmelsgewölbe stützen.

Kombiniert man diese beiden Interpretationsweisen zu einer, ergibt sich ein räumliches Kreuz, ein dreidimensionales Kugelkoordinatensystem, das alle vom Menschen erfahrbare Himmelsrichtungen und somit das Universum symbolisiert.

 

 

Engel mit Kreuz auf Weltkugel

Fragment eines Elfenbein-Diptychons aus

Konstantinopel, um 520 n.Chr.

(London, British Museum)

 

Christianisierung der Äthiopier

 

Dass es der erste König Aksums war, der das Christentum angenommen hatte, beweisen sowohl seine Schriften als auch die damaligen Münzen. Die ersten Schriften sprechen noch von "heidnischen" Göttern, spätere berichten von "unserem Herrn". Auf den ersten Münzen finden sich noch Sonne und Mond, auf den späteren bereits das Kreuz. Äthiopien (Aksum) war das erste Land der Welt, wo das christliche Symbol auf Münzen geprägt wurde.  Die Christianisierung hatte größte kulturelle Bedeutung: die Bibel wurde in das Geéz übersetzt, unzählige Kirchen und Klöster wurden gebaut. Viele der Klöster hatten die sogenannten "Neun Heiligen" gegründet, eine Gruppe syrischer Mönche, die um das 6. Jh. nach Äthiopien kamen.

 

Indien

Auf einer Abbildung in einer der Höhlen auf Elephanta (10 km vor Bombay liegende Insel) ist über dem Kopf einer Gestalt, die Kinder mordet, ein Kreuz zu sehen. Auf einem alten indischen Gemälde ist der Gott Krischna mit sechs Armen dargestellt, und an dreien sieht man ein Kreuz.

 

Nordamerika

Kreuzsymbole der Navaho-Indianer

Die zahlreichen Kreuzsymbole, die in der Kunst der Indianer immer wieder Anwendung finden, sind nichts anderes als symbolische Sonnendarstellungen.

 

Mittel- und Südamerika

 

Auf ihren Eroberungszügen in Mittel- und Südamerika stießen die spanischen Konquistadoren zu ihrem Erstaunen vielerorts auf das Kreuz als religiöses Symbol. Im Staat Oaxaca (Mexiko) fanden die Spanier frei stehende Holzkreuze vor, die als heilige Symbole errichtet worden waren...

Als zu Beginn des 16. Jahrhunderts Hernán Cortés und sein christliches Heer darangingen, das Reich der Azteken anzugreifen, trugen sie Fahnen mit der Aufschrift "Folgen wir dem Kreuz, und wenn wir Glauben haben, so sollen wir in diesem Zeichen siegen". Sie müssen überrascht gewesen sein, als sie entdeckten, dass ihre heidnischen Feinde ein Kreuz verehrten, das dem ihren recht ähnlich sah. Es wird berichtet, dass Cortés und seine Männer erschauderten vor den Menschenopfern der Azteken und vor dem, was ihnen wie eine satanische Parodie des Christentums erschien: die Verehrung kreuzähnlicher Symbole für die Wind- und Regengötter.

Auch in Südamerika galt das Kreuz als ein heiliges Symbol. In Paraguay wurde es ebenfalls verehrt. In Peru verehrten die Inkas ein aus einem einzigen Jaspisstein verfertigtes Kreuz. Die Muisca in Cumana glaubten, das Kreuz habe die Macht, böse Geister zu vertreiben; deshalb legte man Neugeborene unter ein Kreuz.

 

 

Kreuz

Ampulle aus dem Heiligen Land

6. Jahrhundert, Monza, Domschatz

 

 

Kreuze der Römer

 

Den Brauch, den höchsten Punkt besonders zu markieren, stammt wahrscheinlich von den Römern. Ihnen waren die Höhen ein Graus. Sie haben auf den höchsten Punkten ihrer Übergänge den Passheiligen Opfer dargebracht. Das bekannteste Gipfelheiligtum befand sich auf dem Großen St. Bernhard. Dort wurden Münzen und Goldstücke den Göttern geopfert. Die Idee für die Gipfelkreuze wurde somit geboren.

 

 

Bildnis Konstantins mit Christusmonogramm am Diadem des Helmes

 

Silbermedaillon um 315 n.Chr.

München

 

 

Ein römischer Feldherr bereitete eine Entscheidungsschlacht vor und benötigte, wie er glaubte, den Beistand der Götter. Es wird berichtet, dass er ein strahlendes Kreuz am Himmel sah, das die Worte trug: "Durch dieses Zeichen siege". Er nahm das Zeichen in seine Kriegsfahne auf und blieb von da an siegreich, bis er schließlich im Jahre 324 n.Chr. Alleinherrscher des Römischen Reiches wurde. Der Held dieser berühmten Erzählung ist Konstantin der Große. Von jener Zeit an galt die christliche Kirche im Römischen Reich als anerkannte Religion, und sie erlangte schnell Ansehen, Popularität und Macht. Gleichzeitig wurde das Kreuz das Symbol des Christentums. Man begann, Kirchen damit zu schmücken, und errichtete Kreuze auf Hügeln und Bergen, an Wegkreuzungen und auf öffentlichen Plätzen.

 

 

Krypta der heiligen Helena

(Jerusalem)

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Detail der Kreuze, die die  Kreuzfahrer in die Wände des Treppenzugangs eingeritzt haben, nachdem sie 1099 unter der Führung Gottfrieds von Bouillon Jerusalem erobert hatten.

 

 

Kreuzsymbol der Christen

 

Im Christentum stellt der vertikale Balken die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen dar. Der horizontale die Beziehung zwischen den Menschen untereinander.

Die erste datierte Darstellung des Kreuzes auf einem christlichen Denkmal findet sich auf einer Inschrift aus Palmyra von 134 n.Chr. Zu den ältesten Darstellungen des Gekreuzigten (2./3. Jh. n.Chr.) gehören ebenfalls drei Gemmen: ein roter Jaspis aus Gaza mit einem nackten, stehenden, mit einem Kreuznimbus versehenen Christus, ein Kornalin mit dem am Kreuz stehenden Christus und zwölf Aposteln, ein Kornalin mit einem hoch auf einem Suppedaneum stehenden Gekreuzigten, zwölf Aposteln und einem Lamm. Berühmt wurde das von der Archäologie auf die erste Hälfte des 3. Jh. datierte Spottkruzifix aus der Pagenschule auf dem Palatin (Museo Kircheriano, Rom), das einen Gekreuzigten mit einem Eselskopf und einen ihn Anbetenden nebst der Inschrift zeigt: "Alexamenos verehrt seinen Gott."

In die christliche Kunst findet das Kreuzsymbol der Christen erst nach dem Konzil von Nicäa (325 n.Chr.) seinen Eingang. Im Jahr 325 hat der Tradition nach die Kaisermutter Helena das Kreuz Christi und seine Grabeshöhle aufgefunden. Nachweisen lässt sich das Kreuz als generelles christliches Symbol etwa seit der 375 - 568 n.Chr. Oft wird auch das Konzil von Ephesos (431) als "offizielle Einführung" des Kreuzes als christliches Zeichen genannt. 432 n.Chr. findet sich dann zum Beispiel eine Kreuzigungsdarstellung am Portal der Basilika Santa Sabina auf dem Aventin in Rom.

Bereits während des 1. Kreuzzuges errichteten die Kreuzfahrer hölzerne und eiserne Kreuze entlang des Weges durch die Gebirge Kleinasiens. Diese Kreuze sollten den Nachkommenden den Weg weisen.

Auf dem Cisapass in den Pyrenäen, über den einer der Pilgerwege nach Santiago de Compostella führte, stand ein spätestens 1108 nachgewiesenes Kreuz, das wegen der angeblichen Errichtung durch Kaiser Karl den Großen "Karlskreuz" genannt wurde.

Auf einer Darstellung der Stadt Klausen (Südtirol) im Schwazer Bergbuch aus dem Jahr 1561 findet sich ein Kreuz auf einem gerodeten Hang nahe dem Gipfel.

 

 

Grabeskirche / Jerusalem

Kreuze an den Säulen d. Ädikula, die später in eine Kapelle umgewandelt, "Unserer Herrin der Franken" geweiht wurde.

 

 

Kreuz Jesu

(Joshua Bar Abba - genannt Jesus)

 

Wie lautet das Originalwort, das die Schreiber der Bibel gebrauchten? Sie bezeichneten das Hinrichtungswerkszeug, an dem Christus starb, als staurós und xýlon. Staurós wird in erster Linie mit Pfahl oder Pfosten erklärt und das Wort xýlon mit Holz, Baum oder Balken. Das lateinische Wort für den Gegenstand, an dem Jesus starb, ist crux, was gemäß Livius, einem berühmten Geschichtsschreiber (59 v.Chr. - 17 n.Chr.), lediglich Pfahl bedeutet. Crux simplex war nur ein aufrechtstehender Pfahl ohne Transom (Querbalken).  In der Companion Bible wird bestätigt, dass das Wort staurós  ein aufrechtstehender Balken oder Pfahl ist, an dem Verbrecher, die man hinrichten wollte, genagelt wurden. Abschließend wird gesagt: Es ist erwiesen, dass der Herr an einem aufrechtstehenden Pfahl, nicht an zwei in irgendeinem Winkel angebrachten Holzstücken, hingerichtet wurde. Auch die Apostel Petrus und Paulus verwendeten das Wort xýlon, um sich auf das Marterinstrument zu beziehen, an das Jesus genagelt wurde. Das zeigt, dass es ein aufrechtstehender Stamm ohne Querbalken war, 

Wenn man bedenkt, dass Christus erwiesenermaßen nicht an dem traditionellen Kreuz starb und dass die ersten Christen das Kreuz nicht als Symbol ihres Glaubens gebrauchten, muss man zu dem Schluss kommen, dass das Kreuz in Wirklichkeit anfangs kein christliches, sondern ein uraltes heidnisches Symbol war.

 

 

 

Flurdenkmäler in Franken

 

 

Um 1500 wurden Kreuze und Bildstöcke an Weggabelungen oder einsamen Pfaden aufgestellt. Diese Flurdenkmäler wurden bis zum Jahr 1532 sowohl als Sühne für begangene Straftaten, als auch zur seelischen Erbauung der Vorüberreisenden oder zur Erinnerung an Unglücksfälle aufgestellt. Erst 1532 wurde das Aufstellen von Sühnekreuzen als anerkannte Art der Buße offiziell untersagt. Danach wurden die Flurdenkmäler vorrangig von den Angehörigen der Opfer und nicht mehr von den Tätern aufgestellt. Die Denkmäler dienten im Volksglauben oft als "Rastplatz" für die Seele des gewaltsam aus dem Leben Gerissenen. Sie wurden daher meistens direkt an dem "Todesplatz" errichtet. Noch heute sieht man häufig an Straßen, an denen Personen verunglückten, privat aufgestellte Kreuze. Die Motive, die zum Aufstellen von Flurdenkmälern führten, wurden mit der Zeit immer profaner. So galten bereits im 18. Jahrhundert die Flurdenkmäler als Statussymbol. Jeder Grundstücksbesitzer / Hofbesitzer, der seinen Reichtum zur Schau stellen wollte, errichtete an der Hofgrenze oder beim Anstieg zum Hof Bildstöcke.

 

 

 

Maiestas Domini

Christus mit Aposteln und Evangelistensymbolen

Apsismosaik, frühes 5. Jahrhundert; Rom, Santa Pudenziana

 

 

Japan

Das japanische Kanji-Zeichen für die Zahl 10

(chinesisches Zeichen)

 

Japan

Das japanische Kanji-Zeichen für "alt" bzw. "alte Sitte"

(chinesisches Zeichen)

 

 

China

Begriff für Jahreszeiten (Erde)

aus: Lehren des Konfuzius (551 - 479 vor Chr)

 

China

Begriff für "heilig"

aus: Lehren des Konfuzius (551 - 479 vor Chr.)

 

 

Ägyptisches Henkelkreuz

Anch-Zeichen

um 1300 v. Chr.

Das Anch-Zeichen wurde als Symbol für das Leben verwendet. Es verkörpert sowohl das irdische Leben als auch das Leben nach dem Totengericht. Erst bei der Christianisierung haben dann die Kopten das Anch-Zeichen als ihr Lebenszeichen, also als christliches Symbol (crux ansata) verwendet.

Hieroglyphen auf ägyptischen Stelen

um 1300 v.Chr.

 

Jerusalemer Kreuz

Vier kleine Kreuze in den Winkeln eines großen Krückenkreuzes als Hinweis auf die fünf Wunden Jesu verstanden. Abzeichen des Ordens der Ritter vom Heiligen Grabe.

 

Christusmonogramm

Kreuz, Christusmonogramm, Wächter

Detail aus einem Sarkophag.

Vatikanstadt, Vatikanische Museen

 

Patriarchalkreuz

Lothringer Kreuz, Erzbischöfliches Kreuz

 

Weihekreuz

Päpstliches Kreuz

 

Kardinalskreuz

 

 

Radkreuz

Altes vorchristliches Licht- und Sonnensymbol (bei asiatischen Völkern wie bei Germanen) sowie Symbol des Jahreslaufes und des Lebenslaufes. In der christlichen Kunst Zeichen der leben- und lichtbringenden Herrschaft des Christus über die Welt.

Radkreuz

Attische Vasenmalerei mit geometrischem Dekor

(um 740 v. Chr.)

 

 

Griechisches Kreuz

(lat. crux quadrata)

Bestimmend für den Grundriss vieler byzantinischer und syrischer Kirchenbauten

 

Passionskreuz

(Lateinisches Kreuz)

(crux immissa, wörtlich "ineinandergefügtes Kreuz")

Findet man in der Regel im Grundriss romanischer und gotischer Kirchen

 

Andreaskreuz

(crux decussate = Zeichen für die Zahl Zehn)

Ursprünglich Symbol der gekreuzten Hölzer des Feueropferaltars (Schrägkreuz) und diesbezüglich auf Darstellungen der Opferung Isaaks oder der Witwe zu Zarpath (Sarepta) zu finden. Der Apostel Andreas soll auf einem Kreuz dieser Form hingerichtet worden sein. Auch im profanen Bereich weit verbreitet als Haus-, Gilden- und Grenzzeichen.

 

Jakobskreuz

 

Antoniuskreuz, Taukreuz

Nach dem griech. "tau" genannten Buchstaben T, crux commissa ( wörtlich "aneinandergefügtes Kreuz"), Antoniuskreuz: sehr altes (bei Assyrern wie amerikanischen Völkern) heiliges Zeichen als Sinnbild für den Mittelpunkt der Welt, einerseits für die alles berührende Sonnenkraft, andererseits für den aus der Himmelssphäre herabströmenden fruchtbaren Regen. Einen positiven Sinn hat das T auch bei Ezech 9.4 (der Prophet bezeichnet auf Gottes Befehl die Stirn der Glaubenstreuen mit einem T) und Offbg. Joh. 7,2 f (Kennzeichnung der Auserwählten durch das Siegel Gottes, Zeichen der Erlösung). Später gab man den Mönchsstäben oben die Form eines T; so wurde dieser Tau-Stab zum Attribut des Wüstenvaters Antonius d. Gr. und zum Zeichen des Mönchsordens der Antoniter.

 

Schächerkreuz, Gabelkreuz

Bei manchen Kreuzigungsdarstellungen nur für die Schächer, bei anderen (Astkreuz) auch für Christus üblich, aber von weit älterer Symbolbedeutung; es weist auf den Lebensbaum hin. In diesem Sinne war es wohl auch die ursprüngliche Form der segnenden Anhauchung des Taufwassers, die man später als griechisch Psi verstand.

 

Swastika

(Sonnenkreuz, Hakenkreuz)

Crux gammata (weil aus vier umgekehrten griechischen Haken, gamma, bestehend): sehr altes Feuer- und Sonnenzeichen, zunächst in Asien, dann auch bei den Germanen (in Skandinavien = Hammer Thors). Im Buddhismus Zeichen des Paradiesschlüssels. In der romanischen Ornamentik verbunden mit der Mäanderlinie, Schutzmittel gegen den Teufel. Außerdem in zahlreichen Kulturen verbreitetes Symbol für die Kreisbewegung. Es begegnet in der frühchristlichen Zeit gelegentlich auf Fresken und Steinplatten als Kreuzsymbol. Wenn es auf einer romanischen Christusdarstellung auftaucht, ist häufig auch an den "Schöpfungswirbel" zu denken, um den sich geschaffene Hierarchien und Ordnungen im Kreis fügen.

Im orientalischen Altertum war das Kreuz bzw. ein Kreuz mit teilweise rechtwinklig umgebogenen Ecken (sanskr. Swastika) ein Sonnen-, Feuer- und Unsterblichkeitssymbol (Sonnenrad).

Sonnenkreuz

Attische Vasenmalerei mit geometrischem Dekor

(um 740 v. Chr.)

 

Ankerkreuz

Erinnernd an die verhüllte Darstellung des Kreuzes in den ersten christlichen Jahrhunderten.

 

Kleeblattkreuz

Symbolisch als Verbindung von Christuskreuz und Dreifaltigkeitszeichen gedeutet.

 

Wiederkreuz

Vervielfachung des lateinischen Kreuzes

 

Russisches Kreuz

Lateinisches Kreuz mit schräggestelltem Fußbalken, in der Kirche des Ostens (besonders Russland) vorwiegend gebräuchlich.

 

Johanniterkreuz

(Malteserkreuz)

Abzeichen der betreffenden, von ihrem Ursprung zusammengehörigen Orden. Die acht Spitzen werden auf die acht Seligkeiten gedeutet. (Zahlensymbolik.)

 

Gemmenkreuz

Das Gemmenkreuz (mit Gemmen und Edelsteinen besetztes Kreuz) erinnert, wo es abgebildet wird (Apsismosaik S. Pudenziana, Rom) an das mit Edelsteinen bedeckte Triumphkreuz,, das Kaiser Konstantin in Jerusalem errichten ließ.

 

Tatzenkreuz

 

Tolosaner Kreuz

 

Keltenkreuz

Ein Keltenkreuz, Hochkreuz oder Irisches Kreuz ist ein Element der frühmittelalterlichen und mittelalterlichen sakralen Kunst im keltischen Kulturraum (Bretagne, Cornwall, Irland, Isle of Man, Schottland, Wales).

Es ist ein Balkenkreuz, oft mit verlängertem Stützbalken, meist aus Stein gehauen, bei dem um den Schnittpunkt der Balken ein Ring gelegt ist. Das Keltenkreuzes wird auch als Radkreuz bezeichnet.

Totenschiff auf einer keltischen Münze

Das Totenschiff fährt unter dem Zeichen der Ewigkeit: sein Mast ist kreuzförmig. Bug und Heck sind mit Vogelköpfen geschmückt.Die Darstellungen auf den keltischen Münzen sind voll von Anspielungen auf den Tod.

 

Apfelkreuz

oder auch Kolbenkreuz

 

Kugelkreuz

 

Astkreuz

 

Doppelkreuz

 

Friedenskreuz mit Pentagramm

2007

Das Friedenskreuz wurde aus Holz gefertigt und besteht aus sieben Teilen: Krone und Stern (Pentagramm), die in der Adventszeit von der Erwartung des Friedensfürsten erzählen; Taube und Wellen als Zeichen für die Taufe Jesu und jedes Christen; ein Haus als Symbol der neuen Gemeinschaft in Jesus sowie Brot und Kelch als Zeichen seiner Gegenwart.

 

Baskisches Kreuz

(Lauburu)

 

Gilgenkreuz

(Haus des Anjou und des Gigliato)

 

 

Kreuz und Lebensbaum

Kuppelmosaik, San Marco, Venedig

 

Anhänger

Thorshammer und christliches Kreuz vereint

(Zeit der Wikinger)

Fibel

Zentrum mit christl. Kreuz

(Zeit der Winkinger)

 

Anmerkungen dazu:

Besonderes Kreuz = Das Kruzifix

Das Kruzifix ist eine besondere künstlerische Variante des Kreuzes.

-  In der Romanik wurde Jesus am Kreuz in der Regel als göttlicher Herrscher dargestellt. Er trug teilweise eine Königskrone und war durch die Hände und Füße mit vier Nägeln ans Kreuz geschlagen. Vor 1200 war die Darstellung Jesu am Kreuz als Leidender oder Toter selten.

-  Mit der Gotik setzten sich die Darstellungen Jesus als von Schmerzen Geplagten oder bereits Gestorbenen mit Dornenkronen durch.

-  Die Renaissance zeigte Jesus oft in anmutiger Bewegung.

-  Im Barock kam eine anklagende Haltung mit sich aufbäumendem Körper hinzu. Besonders mit dem Rückgang der Kirche als Hauptträgerin der Kunst lassen sich ab dem 19. Jahrhundert eine breitere Gestaltungsvarianz und die Rückkehr sowie die Vermischung vergangener Stilepochen finden.

-  Spätestens ab dem 20. Jahrhundert lässt sich nicht mehr von Leitmodellen der Kreuzigungsskulpturen sprechen. Die Persönlichkeit, die Kunstauffassung sowie die religiöse und gesellschaftliche Haltung der Künstler prägen die Formfindung.

 

 


 

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