Die Römer im heutigen Franken
I.
Der Limes in Franken
Der Limes wurde in drei Phasen errichtet: in der ersten im frühen 2. Jahrhundert n.Chr., versuchten die Römer, die Linie von der Wetterau durch den Odenwald am Neckar entlang bis zur Alb zu sichern, noch mit bescheidenen Mitteln. Gebiete im heutigen Franken wurden davon aber nicht berührt.
In der zweiten Bauphase unter den römischen Kaisern Hadrian (117-138) und Antoninus Pius (138 - 161) wurde die Grenze nach Osten verlegt. Nun entstand eine durchgehende Reihe von hölzernen Türmen mit einer vorgelagerten Holzpalisade. Damit hatte die Römer ihr Ziel, eine durchgehende Grenzsicherung vom Rhein bis zur Donau zu schaffen, erreicht.
Im dritten Bauabschnitt gegen Ende des 2. Jahrhunderts und später verstärkten Bautruppen den Obergermanischen Limes mit einem Wall- und Grabensystem, während man den Raetischen Limes, im Volksmund "Teufelsmauer" genannt, als durchgehende, bis zu drei Meter hohe Steinmauer mit Steintürmen ganz neu erbaute. Am Obergermanischen Limes konnten die Römer nach und nach einzelne Germanenstämme wie die Bataver als Bundesgenossen zur Grenzverteidigung ansiedeln. Am Rätischen Limes gelang dies nicht mit durchschlagendem Erfolg, daher fiel die Befestigung hier etwas stabiler aus.
Der Bau dieser Grenzbefestigung war eine technische Meisterleistung. Höhenunterschiede mussten überwunden, Flussläufe überbrückt werden. Man vermutet, dass die Römer unter Verwendung von Peilgeräten die Linienführung bestimmten. Dabei war der Limes nie als hermetische Abschottung geplant. An bestimmten Stellen gab es Durchlässe für den Handelsverkehr. Hier konnten germanische oder römische Händler passieren, um ihre Geschäfte zu betreiben.
II.
Das Ende des Limes
Schon um die Mitte des 3. Jahrhunderts nämlich, ein gutes halbes Jahrhundert nach seinem Endausbau, brach die Verteidigung am Limes zusammen. Zahlreiche Kastelle und Siedlungen wurden von den Besatzungen aufgegeben, etliche geplündert, verwüstete und niedergebrannt, so das Kastell Weißenburg. Früher sah man einen "gewaltigen Germanensturm" als Ursache dieses Niedergangs an. Heute geht man von einem innerrömischen Machtkampf zwischen Kaiser Gallienus (260 - 268) und dem Usurpator Postumus (260 - 269) aus, durch den immer mehr Truppen von der Grenze abgezogen wurden. Dies schwächte die Wirtschaftskraft und führte zur Vernachlässigung der Infrastruktur. Außerdem konnten die wenigen verbliebenen Kräfte keinen Schutz mehr vor eindringenden Barbaren gewährleisten. Schließlich verlor die Bevölkerung das Vertrauen in die innere Sicherheit und zog sich, sofern nicht bereits verschleppt oder ermordet, an besonders gut befestigte Plätze zurück.
III.
Römische Spuren in Franken
Römermuseum - Römerschatz, Limes - Informatonszentrum, Römische Thermen, Römerkastell Biriciana
Römisches Landhaus
(Villa Rustica beim Weinbergshof am Treuchtlinger Nagelberg)
Museum für Ur- und Frühgeschichte (Abteilung: Römerfunde)
Römerkastell Vetoniana mit rekonstruiertem Nordtor, begehbare Wehrmauer und Lehrpfad
Rekonstruierter römischer Gutshof mit Museum
Erkertshofen bei Titting - einzige Rekonstruktion eines steinernen Limesturms in Bayern mit Lehrpfad am Limesverlauf
Römer und Bajuwaren Museum, Burg Kipfenberg mit Info -Point Limes
Böhming, Gemeinde Kipfenberg: Limeskastell, Umrisse als erhöhtes Rechteck um die Pfarrkirche Böhming. Römische Funde aus Böhming befinden sich in den Museen in Eichstätt und Kipfenberg
Geländeumrisse des Reiterkastells Celeusum bei Pförring mit Gedenkstein zu den Ausgrabungen
Grundmauern des Kastells Abusina, der Militär- und Zivilsiedlung
Archäologisches Museum
Pfahldorf, Denkendorf, Altmannstein
vorzüglich erhaltene Teilstücke des Limes, "Limesknick" bei Altmannstein, erreichbar über den Limes-Wanderweg.
Limesreste am Dennenloher See
Burgstallwald Gunzenhausen: Wachturmfundamente, rekonstruierter Limeswachtturm und Mauerreste eines Kleinkastell, über Wanderwege erreichbar
Museum für Vor- und Frühgeschichte Gunzenhausen - römische Funde aus der näheren Umgebung
Kastell Theilenhofen - freigelegtes Kastellbad nordwestlich von Theilenhofen, Limesturm mit Teilen des Limes bei Rittern
Ellinger Römerlager: teilrekonstruiertes Limeskastell Sablonetum, zu erreichen über den Limesrundweg
Kleinkastell Burgsalach. Grundmauern Kleinkastell Burgus, einmaliges Bauwerk in Europa, Parallelen nur in Nordafrika bekannt. Limesverlauf mit rekonstruiertem Holzwachturm und Fundamenten eines steinernen Wachturms.
rekonstruiertes Wachtturm-Fragment und Limesdamm
gut erhaltenes Limesteilstück, als Schuttwall erkennbar, im Wald an der Straße nach Weiltingen
mit sichtbaren Strukturen des Reiterkastells, Infowege zwischen Wittelshofen und Weiltingen, ab Staatsstr. 2218 Dinkelsbühl -Wassertrüdingen ausgeschildert
Markgrafen-Museum: u.a. römische Funde aus dem Kastell Dambach
Museum Malerwinkelhaus: Römerkabinett mit virtuellem Römerlager und Ausstellung
Stiftsmuseum: u.a. römische Funde aus den Kastellen des Untermaingebiets
Pompejanum: Nachbau einer römischen Villa mit Museum
Römermuseum: Funde aus dem Kastell Obernburg
Museum der Stadt Miltenberg/Main: u.a. Schwerpunktthema "Römische Geschichte" 7 Kastelle der Umgebung und römische Funde