Der Salzburger Emigranten in Franken

Hersbruck


Angebot aus Hersbruck an Nürnberg;

"Was und wieviel Personen in dem Städtlein und Amt Hersbruck von denen Salzburger Emigranten untergebracht werden können."

Da anscheinend jedoch die Zahl der Aufzunehmenden noch recht gering erscheint, fügt er seinem Verzeichnis an, "daß die Unterthanen überhauptshin sich damit entschuldiget, daß sie bereits mit Ehehalten versehen und die Dorfschafften allschon mit Taglöhnern übersorget wären. Wann sich aber die Anzahl in Nürnberg überhäuffen sollten: so könnten die Sache vermittels einer Repartition (= Zuteilung) unter die Dorfschafften ohnmäßgeblich geholfen werden."

Interessant ist das beiliegende Verzeichnis:

Während der Pfleger Pömer eine taugliche Dienstmagdt nehmen will, braucht der Castner Kreß eine zur Arbeit brauchbare Manns Person.

Vorsichtiger sind Pfarrer und Stadtschreiber:

Stadtpfarrer Oßwald will eine Manns- und eine Weibsperson 3 - 4

Diacon (= 2. Pfarrer) Schneider ebenfalls auf gleiche Bedingung.

Stadtschreiber Weikmann will eine Manns- oder Weibsperson im Haus verpflegen, so lang es kein Taglohn bekommt, "jedoch daß es die Lagerstatt in einem anderen Hauß nähme."

Der Ratsherr Joh. Andr. Schmid will für einen Jungen, welcher ein Handwerk lernen wolle, das Lehrgeld zahlen.

Hanns Gebhard, Schlosser, will das Handwerk einem Jungen unentgeltlich lernen (einschl. Unterkunft und Verpflegung !),

ebenso der Büttner Joh. Elbel.

Die Witwe Gg. Paul Ehehalts sucht einen Dienstknecht, ebenso der Bierbräuer Joh. Walbinger. Eine Dienstmagd suchen der Bierbräuer Hanns Wolf. Geng, der Gerber Hanns Gg. Rösel jun., der Bierbräuer Christoff Gottlieb Schurz, der Melber Johann Ammon und Steffan Friedrich Beck.

Der (bekannte) "Mößner und Mahler" Johann Christoff Reich will einen 12jährigen Jungen oder ein Mägdlein annehmen. Ein Dienstmägdlein suchen der Stadt-Thürmers-Adjunctus Johann Joachim Herbich, Johann Nicolaus Rösel und Christian Wacker.

"Über dieses kann das Amt noch 4 Manns- oder Weibs-Personen, welche sich als Taglöhner gebrauchen laßen wollen, im Stättlein unterbringen. Dann könnte der Spital allenfalls 2. alt verlebte Leute einnehmen."


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