Nürnberg
Durch diese Stadt sind mehr als 13.633 Emigranten gezogen.
05.03.1732 - 60 Personen
01.08.1732 - 812 Personen, deren Abmarsch am Montag, d. 03.08.
21.08. 1732 kamen 900 Emigranten
(Göck. S. 339 ff. )
Wie bereitete sich Nürnberg vor?
In der Ratssitzung vom 18.02.1732 erwog man, die Barfüßer-Kirche oder die Marienkapelle als Quartier zur Verfügung zu stellen. Die Pfleger der Siechköbel wurden ersucht, ihre Aufnahmekapazität zu melden und die "Herren Land-Pfleger" wurden gebeten, "wegen Unterbringung dieser Leute auf dem Land und in denen Städtlein gute Anstalt vor zu kehren . . ."
Schon hatten sich am 12. Februar einige Consulenten mit diesem Thema befaßt. In der Konferenz der Siechköbel-Pfleger am 23.2. sagte der Kirchenpfleger-Amtsverweser Jacob Sigmund Pfinzing: "Es seye Oberherrl. befohlen worden, wegen der Salzburger Emigranten zu deliberieren. Wie solche, wann deren allen falls eine gute Anzahl auch anhero kommen sollte, zu vertheilen, bis zu ihrer weiteren Unterbringung, zu versorgen seyn mögten, damit, wenn einige wirklich angelanget, man nicht erst dieserhalben anfangen dürfte, sondern schon parat wäre; ..."
Noch ahnte also niemand, daß ca. 16.000 Menschen durch Nürnberg und sein Gebiet ziehen würden. Doch hatte die Verwaltungsbehörde für das Landgebiet, das Landpflegamt, bereits am 20. Februar 1732 reagiert. Es richtete an sämtliche Pfleger in den Ämtern folgendes Schreiben:
"Liebe Pfleger - Nachdem allhier die Nachricht eingekommen, daß von denen Salzburger Emigranten eine große Anzahl nächstens hierher kommen wird, vor deren Unterbringung man einstweilen besorgt seyn muß, so tragen wir Euch hiermit auf, Euch angelegen seyn zu lassen, daß in dem Euch anvertrauten Amt auch etwelche sowohl alß Taglöhner, als Ehehalten (= Dienstboten) untergebracht werden mögen, wie Ihr dann durch die Geistlichen denen resp. Bürger und Unterthanen deshalben Bewegliche Vorstellungen machen lassen und Sie zu einem christlichen Mitleiden und Mildtätigkeit zu bewegen trachten wollet."
Als der große Zug der Salzburger ( 6. ) dem Rat gemeldet wird, und vom Land noch keine Antwort eingetroffen ist, mahnt das Landpflegamt die Pfleger, denn die Salzburger sollen nicht in die Stadt Nürnberg, sondern auf dem Land verteilt werden.
Der Laufer Pfleger C.W. Scheurl antwortet als erster am 12. März. Trotz Ermahnung durch die beiden Geistlichen wollte man niemanden aufnehmen. Am 13. März antworten die Pfleger von Gräfenberg und Altdorf ähnlich. Sie fragen an, ob diese Bergleute überhaupt etwas von Feldarbeit verstünden.
Da sich der Richter von Pommelsbrunn erboten hatte, 4 Salzburger zu nehmen, so wird der Hersbrucker Pfleger am 17. März angewiesen, "Er solch es sich angelegen seyn lassen, die 4 unterzubringen und dem Pfarrer wie auch dem Schulmeister bedeuten, sie in dem Christenthum, auch im Lesen zu unterrichten." Doch die vier Männer Martin und Michael Wenger, Rupprecht Held und Jacob Naßner wenden sich nach Schwabach.
Schon am 15. März 1732 hatte G.S. Pömer, der Pfleger zu Reicheneck, nach Nürnberg gemeldet: "Obwolen die beeden Geistlichen zu Happurg und Förrenbach denen eingepfarten bewegliche Vorstellungen gethan, so hat sich doch bis dato noch Niemand gefunden, der ein oder andern von denen Saltzburger Emigranten anzumehmen sich erböthig gemacht hätte . . ."
Dürrnberger und Berchtesgadener - Liste
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