Der Evangelischen Saltzburgischen Emigranten Apostolische

Glaubenslehre.

( In eigenem Thon )


1.

Alle Christen merckt auf an allen Orten,

merckt fleißig auf das göttliche Wort,

das göttliche Wort bleibt ewig stehen,

es müßt ehe Himmel und Erden vergehen.

 

2.

Der heilige Johannes der schreibet gar eben:

GOtt ist die Wahrheit, der Weg und das Leben;

GOtt sprach: Der Weg und die Wahrheit bin ich,

Niemand kommt zum Vater, sondern nur durch mich.

 

3.

Der Evangelisch Johannes uns tröstlich zuspricht:

GOtt ist nicht kommen zu halten das Gericht,

daß wir uns alle zu GOtt sollten kehren,

daß wir durch ihn sollen seelig werden.

 

4.

Der Apostel Paulus, der schreibet gar fein,

Daß GOtt allein unser Mittler will seyn,

wohl zwischen GOtt und uns Menschen-Kind,

den hat er versöhnt für unsre Sünd.

 

5.

Der heilige Petrus lehrt gar heilsam,

es ist kein andres Heil, und ist kein andrer Nahm

den Menschen wohl unter dem Himmel gegeben,

wo wir können kommen zum ewigen Leben.

 

6.

Als durch den Nahmen JEsum Christ,

der für uns am Creutz gestorben ist,

damit er uns hat ein Beyspiel gegeben,

wollen wir mit ihm leiden, so werden wir mit leben.

 

7.

Mein himmlischer Vater, der liesse sich selbst hören:

Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr eintzig lieben,

wer diesen nicht will hören, und dienen zugleich,

der ist von mir verworffen, hat kein Theil in mein Reich.

 

8.

Der Evangelist Lucas der thut uns verkünden:

Wer bitt, dem wird geben, wer sucht, der wird finden,

wer anklopfft, demselben wird aufgethan,

wer in guten verharret, dort selig werden kan.

 

9.

Wann gleich ein Vater führt ein böses Leben,

kan er seinen Kindern gute Gaben geben.

Ja, GOtt ist der Vater im Himmelreich,

bitten wir ihn, schenckt er uns den heiligen Geist.

 

10.

Der Prophet Esaias der thut uns verkünden:

Suchet den HErren, dieweil er zu finden,

ruffet den HErrn, weil er nahe Thut seyn,

GOtt wird uns allen schon gnädig seyn.

 

11.

Der Prophet Amos schreibt mit seiner Hand,

GOtt wird uns schicken ein Hunger ins Land,

ja nicht ein Hunger nach Wasser und Brod,

ein Hunger der Seelen zum Göttlichen Wort.

 

12.

Am 8. Capitel thut er uns verkünden,

man wird sich am Wort GOttes versünden,

Jüngling und Frauen werden suchen auf Erden,

sie werdens nicht finden, und dort zuschaden werden.

 

13.

O Mensch, laß dirs nicht seyn ein Spott,

Lieb GOttes Wort und hat die Geboth,

Liebst due GOttes Wort und den Nächsten darneben,

GOtt giebt dir aus Gnaden das ewige Leben.

 

14.

So wahr ich leb, spricht GOtt der HERR,

und wenn sich der Sünder zu mir bekehrt,

so will ich ihm seine Sünden vergeben

und will ihm schenken das ewige Leben.

 


Einblattdruck von 1732

vorhanden im Staatsarchiv in Nürnberg

Differentialakten, Band 712, Blatt 685

 

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