Coburger Philoxenie
(Philoxenie = Gastfreundschaft)
Zu dienen auf die Frag: Was Emigranten heißen?
Will ich hier ihr Portait auf diesem Blat vorreissen:
Sie sind ein neue Art von den sehr alten Christen
Die als entwaffnete mit GOttes Wort sich rüsten.
Ein ächtes Erden-Saltz
von Saltzburg ausgezogen
Des Höchsten Säuglinge
die sein Wort eingezogen
Zu suchen reine Milch
nicht trüber Molcken Tand
Hält sie kein Sehnsucht ab nach Freund
nach Gosen Land.
Ein Turtel-TaubenSchaar verjagt von Saltzburgs Hügeln
Fleucht fließend
singend fort
bedeckt mit Adlers Flügeln
Aus Sodem
doch nicht so
wie Loths versaltzte Seul
Zur neuen Salems-Burg
des neuen Saltzburgs Theil.
Ein ausgestreute Heerd ohn' Seelen-Unter-Hirten
Die falsche Hirten-Wölff zum Hauffen der Verführten
Zu locken zur bedacht
doch Ober-Hirtens Treu
Entreisset diese Schaf der Wölffe Tyranney.
Ein Wunder-volles Volck
als Heilgen Reichs Vermehrer.
Ein Saamen-Korn
das so lang in Staub verborgen lag
Tag,
Geht auf gantz unvermuth
grünt
wächst
bringt Frucht an
Sie sind dem Kauffmann gleich
der sein Gut hingegeben
Der Perle Kostbakeit davor durch Kauff zu haben.
Dein hundert Meilen Reiß
kein kranck-seyn
ja kein Grab
Kein Mangel
kein Gefahr hält Perlen-Sucher ab.
Rechtschaffen ohne falsch sind sie Israeliten
Verfolgt von der Schaar Sauls Brüder
Jesuiten
Von JEsu doch beschützt als ihrem Oberhaupt
Davon sie Glieder sind; Die
wie man sicher glaubt
Verbunden unter sich mit starcken Eintrachts-Ketten
Einander beyzustehen in Leibs- und Seelen-Nöthen.
Sind Meister über sich in guter Sitten Lehr
Unreiner Päpstler Spott
der reinen Lehre Ehr.
Der starcke Liebs-Magnet zog Wohltun
Kost und Gaben
Bey ihrem armen Zug
sie reichlich mit zu laben.
Bey ihrer Ankunfft war ein Samariter-Streit
Die Hände rissen sich um die Verpflegungs-Beut.
Man lieffe Stunden-weis entgegen sie zu haschen
Zum Beytrag öffneten sich sonst verschlossne Taschen.
Man sah beweglich an
wie des Wohlthäters Hand
Mit der Danck-vollen Hand des Nehmers sich verband.
Kurtz: Sie sind Pilgrime
die Wallfahrt geht nach Preussen
Zur Wohlfahrt Himmel-an
GOTT da ohn End zu preißen.
Laß in der Tugend Bahn sie dir Wegweiser seyn
So irret dein Fuß nicht
zu gehen Himmel ein.
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