Salzbergwerk Hallein


 

 

Detail aus der Dürrnberger Knappenfahne

von 1750

zeigt einen "Schynnmeister"

mit Gradwaage und Kompaß

 

Den Salzbergbau von Hallein haben Bergleute aus Hallstatt im 6. Jahrhundert v.Chr. begründet. Der Halleiner Salzbergbau erreichte bereits vom 5. bis zum 3. Jahrhundert v.Chr. eine Hochblüte. Die Stollen wurden weit oben am Dürrnberg, bis in Tiefen von 200 m vorgetrieben; das gesamte Streckennetz betrug vermutlich etwas mehr als 5,5 km. Die Ausdehnung der prähistorischen Grubenbaue, soweit sie in neuerer Zeit erforscht werden konnten, übertrifft die der Felder von Hallstatt. In fünf Horizonten, mit einer Fläche von ca. 170000 qm, bei 835 m Länge, sind Stollen in den Berg getrieben. Die Tiefe der Baue erreicht 90-200 m. Die Bergbauunternehmer auf dem Dürrnberg bei Hallein waren Kelten. In neuerer Zeit wurden viele Funde gemacht, die darauf hinweisen: Schuhe aus Kalbsleder, Hauben aus Ziegenfell, Ledertaschen, Gewebereste, Werkzeuge der Bergleute, metallene Gefäße, Schmuck. Im Keltenmuseum Hallein sind zahlreiche beeindruckende Fundstücke ausgestellt.

Der Salzbergbau endete in Hallein zunächst mit der römischen Besetzung (15 v.Chr.); möglicherweise verzichteten die Römer dank ihrer großen Salzvorkommen im Mittelmeer auf diese Quelle. Erst im 12. Jahrhundert n.Chr. wurde in Hallein wieder Salz abgebaut, als der Erzbischof von Salzburg Siedereien einrichten ließ. Er übertrug später die Bewirtschaftung zur Hälfte den Zisterziensern, entzog sie ihnen später aber wieder. Kurz darauf wurden unweit von Hallein, am Tuval, neue Salzlagerstätten erschlossen.

Einen Einbruch erlebte das Salzburger Salzwesen mit der Reformation, der sich die Bergleute von Dürrnberg angeschlossen hatten. Auch das Salzamt von Gmunden hatte 1560 einen protestantischen Seelsorger berufen. Im Zuge der Gegenreformation verhängte der Erzbischof von Salzburg 1686 über die protestantischen Bergleute den Bann. Unter den rund 20 000 salzburgischen Protestanten, die 1731 - 1733 auswanderten, waren 780 Salzarbeiter, die der Erzbischof vergeblich versucht hatte, zurückzuhalten.

Im 18. Jahrhundert verfiel die Halleiner Salzproduktion, und dieser Niedergang ließ sich im 19. Jahrhundert nicht mehr umkehren. Zur Zeit seiner Spitzenproduktion im späten 16. Jahrhundert hatte Hallein jährlich 36 000 t Salz produziert. 1821 waren es noch 3 248 t.

Hallein, das nun zu Österreich gehörte, hatte seine Bedeutung als Salzproduzent verloren, zumal Österreich in Galizien große Salzlagerstätten besaß.

 

 

Bergwerkort Hallein

(oberhalb Dürrnberg)


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