Lothar Franz von Schönborn

und die fränkische Auswanderung nach Oberungarn


Dem schnellen Wachstum der Bevölkerung in den Hochstiften Würzburg, Bamberg und im ganzen Frankenland konnten die Nahrungsgüterproduktion und die Entwicklung von Handwerk und Manufakturen nicht nachkommen, weswegen im 18. Jahrhundert Gesetze verabschiedet wurden, die eine Auswanderungspolitik beförderten.

Schon Lothar Franz von Schönborn hatte sich um Auswanderungsmöglichkeiten für fränkische Bauern nach Oberungarn bemüht. Doch sein Tod im Januar 1729 unterbrach diese Bestrebungen, erst sein Neffe und Nachfolger, Friedrich Karl von Schönborn, ersuchte im Frühjahr 1730 um die Genehmigung, bäuerliche Familien aus den Hochstiften Würzburg und Bamberg nach Mukács übersiedeln lassen zu dürfen. In einer Sitzung in Bamberg am 20. Mai 1730 wurde der Antrag des Fürsten Schönborn besprochen, in dem er um die Genehmigung bat, willige Auswanderer aus dem Hochstift Bamberg in seine Privatherrschaft in Oberungarn übersiedeln zu lassen.

Das in Bamberg sowie danach in Würzburg besprochene, in Wien zusammengestellte und unterzeichnete Mandat lautete:

BRIEF


 

 

 

Nachdem dieses Patent in den Kabinettsitzungen in Bamberg und Würzburg besprochen worden war und die Auswanderung von Bauern, Häckern und Handwerkern, die sowieso im Land als "überschüssig" galten, bewilligt wurde, ließ Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn das Werbepatent veröffentlichen und von den Kreisämtern der Hochstifte Bamberg und Würzburg die Übersiedlungsbedingung erklären. Dabei wurde dafür gesorgt, dass die Aussiedler auf dem Weg von Franken bis Oberungarn an den Zoll- und Grenzposten keine administrative Schwierigkeiten bekamen. Die Kreisämter gaben den Auswanderungswilligen Papiere, auf deren Grundlage in der hochfürstlichen Kanzlei zu Würzburg (Bamberg und später auch in Wien) Passbriefe ausgestellt wurden.

 


 

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