Fränkische Sprachinsel

 


Die fränkische Sprachinsel erstreckt sich vom Rand der Theißebene bei Unterschönborn über das Hügelland am Fuße der vulkanischen Gebirgskette bei Munkács mit den Dörfern Pausching, Oberschönborn, Birkendorf, Mädchendorf bis in das Hátgebirge mit dem Dorf Deutsch Kutschowa. Zu dieser Siedlungsgruppe gehören auch die Dörfer Bardhaus und Sofiendorf, welche jedoch nicht fränkisch sind.

 


Die Landschaft, in die die mainfränkischen Ansiedler des 18. Jh.. eingewiesen wurden, war mit ihren Ebene, Hügeln und Gebirgen recht mannigfaltig und nicht leicht zu bewirtschaften.

Die Orte Deutsch Kutschowa und Birkendorf waren von dichten Eichen- und Buchenurwäldern umgeben, und die Bewohner mußten zunächst Rodungen auf Anhöhen von 200 bis 300 ü.d. M. durchführen. Als günstiger gelegen erwiesen sich die Ansiedlungen von Unter- und Oberschönborn, Pausching und Mädchendorf, deren Felder an die fast unberührten Wälder anstießen. Die Felder mußten allerdings geschützt werden, weil sich die Wälder allmählich auf die seit dem Rákoczy-Krieg unbebauten und von Gestrüpp überwucherten Felder und Äcker wieder auszudehnen begannen.

Die von den Ruthenen bzw. Walachen verlassenen primitiven strohgedeckten hölzernen Häuser und Hütten, deren Wände aus dem Schlamm beworfenem Geflecht von Ästen und Holzwänden bestanden, zerfielen unter den reichen Regengüssen sehr schnell oder brannten nicht selten auf Grund von Selbstentzündung verrottender Holzbalken und Strohhaufen nieder. Gefahr drohte auch durch Wölfe, Füchse, Marder aus den Wäldern.

 

Das Klima dagegen begünstigte bald reiche Erträge:

Im Schutz des Bergkamms der Karpaten, vor kalten Nordwinden geschützt, herrschten hier ziemlich milde Winter und feuchtwarme bis hitzige Sommer. Schon im März erwachte die Natur und erst bei vorgerückten Novembertagen kamen die Fröste mit dem ersten Schnee.

So konnten hier erfolgreich Weinanbau und die Züchtung von Südfrüchten und Gemüse (u.a. Mais, Tomaten, Paprika u.a.m.) betrieben werden. Gute Ernten sicherten den kundigen und arbeitsamen Bauern die humusreichen Böden der Ebene und des Hügellandes im Vorgebirge.

Nicht so günstig waren die Wetterverhältnisse für die höher gelegenen Dörfer Deutsch Kutschowa und Birkendorf, wo es zudem nur mittelmäßige Böden gab. Aber sogar dort konnten die Bauern bei harter Arbeit gute Ernten von ihren Feldern und Obstgärten einbringen. Brennholz für den Winter bargen die Wälder, soviel die Leute brauchten. Im Sommer und im Herbst konnten Pilze in Hülle und Fülle gesammelt werden. In vielem glich die Natur der von den fränkischen Kolonisten erworbenen neuen Heimat im Karpatenland den realen Gegebenheiten am Main: die gleiche hügelige Landschaft, die ähnliche pflanzliche und tierische Vielfalt, nur waren die Naturgegebenheiten noch nicht so weit von den Wohnstätten der Menschen verdrängt und verändert worden, wie das am Main der Fall gewesen war. Das alles erleichterte das Heimischwerden der Franken.


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