Die Herren von Lüchau

 

Vor Schloss Fantaisie befand sich hier bereits das Schloss Donndorf. Sein Besitzer war Jakob von Perg, der am 21. März 1533 das Schloss an Samson von Lüchau verkaufte. Dessen Vater, Alexander von Lüchau, hatte bereits im Jahre 1517 Teile von Donndorf erworben.

Die Herren von Lüchau dienten den Bayreuther Markgrafen als Offiziere, Amtmänner und Kammerherren und erwarben sich als solche große Verdienste. Der letzte Träger dieses Namens, Friedrich Ludwig von Lüchau, war Amtshauptmann von Bayreuth. Er wurde 71 Jahre alt und hinterließ bei seinem Tode 1757 neben seiner Witwe (Maria Charlotte, geborene von Lüschwitz) nur eine verheiratete Tochter (Sophie Friederike Henriette, gest. 1791).

Die Freiherren von Lüchau zu Donndorf waren als Zweig des alten thüringisch-vogtländischen Rittergeschlechts der Lubichauer, Lüchauer, fast zweieinhalb Jahrhunderte Besitzer der Güter Eckersdorf (ehemaliges Rittergut) und Donndorf (Jagdschloß Tanndorf) gewesen.

Bis 1260 war das Hoheitsgebiet Donndorf - Eckersdorf (Herrschaftsbezirk Baierrute = Bayreuth) von den Herren zu Eckersdorf (Ministeriale der Grafen von Andechs-Meranien) verwaltet worden. Im Jahre 1260 ging die Herrschaft an die Burggrafen von Nürnberg über. Die Ministerialen waren die Adeligen von Blassenberg ( = Plassenburg / Kulmbach ). Das befestigte Haus in Eckersdorf wurde 1553 zerstört.

Christoph von Lüchau war durch Kriege sehr verarmt. Er war 1568 nicht mehr imstande, "Reisige" ( = Ritterpferde) zu stellen; er konnte nicht einmal für seine Person ein Pferd ernähren. Dem Boten, der ihm den Befehl des Markgrafen, sich zum Krieg zu rüsten, überbrachte, antwortete er, es sei ihm unmöglich, weitere Dienste zu tun, da er dadurch mit Weib und Kind an den Bettelstab gebracht würde. Man solle ihm 200 Gulden leihen und er wolle zeigen, was einem wackeren Ritter gezieme.

Das Gemälde (Öl auf Holz) in der Kirche von Eckersdorf-Donndorf ist die Auferstehung Christi und darunter die kniende Sabina Margaretha von Lüchau (gestorben 1600) dargestellt. Den Holzrahmen zieren verschiedene Wappen.

Christian Siegmund von Lüchau und seine Gemahlin, Maria Susanne von Lützelberg, taten sich besonders in der Eckersdorfer Kirche als Kunstfreunde und Stifter hervor. Sowohl der Altar (um 1670) als auch die Kanzel (1677) und das Lesepult (1678) sowie ein großer silberner und vergoldeter Kelch wurde von ihnen gestiftet. Herr von Lüchau ist an den Säulenstühlen des Altars im Relief zu erkennen. Hinter dem Kanzelaltar, der 1677 eingeweiht und 1680 gänzlich vollendet wurde, hing ein schwarzes hölzernes Täfelchen (heute in der Sakristei) mit der Inschrift: "Gott zu Ehren und dieser christlichen Kirche, Herrn Christian Siegmund von Lüchau, diese neue Kanzel verfertigt worden, darauf 1677 ... ". Das Lüchauer Wappen durfte am Altar nicht fehlen: ein von einer blauen Längsbinde durchzogener weißer Schild, als Helmschmuck ein jederzeit mit sieben grünen Lindenblättern besteckter Adlerflug.

Der Grabstein der Susanne Margaretha von Lüchau (gestorben 1729) ist wohl der prächtigste in der Eckersdorfer Kirche. Unter einem breit drapierten Baldachinvorhang sehen wir ein Sarkophag-Relief mit einer Inschrift und zu beiden Seiten weibliche Figuren. Über dem Sarkophag erhebt sich eine Pyramide, die mit Allianzwappen besetzt und von solchen eingerahmt ist. Der Baldachin wird von einem Adler gekrönt. Dieser Stein stammt sicher aus der Werkstatt des Hofbildhauers Elias Räntz.

Als am 12. August 1757 Friedrich Ludwig von Lüchau als der Letzte seines Stammes verstorben war und man ihm seinen zertrümmerten Schild mit der blauen Längsbinde auf silbernem Grunde mit in die Gruft gegeben hatte, fielen die Besitzungen dieses Adeligen an den Markgrafen von Bayreuth zurück.

Markgräfin Wilhelmine besichtigte gemeinsam mit ihrem Gatten die Lüchauischen Güter und war begeistert von dem herrlichen Donndorfer Park.

 

zurück (schloss-fantaisie.de)

zurück (historisches-franken.de)

Herren von Eckersdorf - Donndorf