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Geschichtliche Epochen

V.

Die fränkische Landnahme -

Von der Römerzeit bis zum karolingischen Landausbau

(um 500 - 1000 n.Chr.)

 

 

Franken geriet unter den Einfluß der Germanenstämme. Elbgermanisch-suebische Zuwanderer aus Thüringen bildeten zusammen mit der keltisch geprägten Vorbevölkerung den Grundstock der Einwohner. Die Franken drangen vom Niederrhein entlang altbesiedelter Talräume (Maintal) nach Osten vor und erreichten Ende des 5. Jahrhunderts das heutige Franken.

Die zuerst besiedelten Gebiete bildeten das sogenannte "Altsiedelland". Einzelhöfe, Weiler und Gehöftgruppen stellen die typischen frühmittelalterlichen Siedlungsformen dar. 496 bezwangen die Franken die Alemannen, 531 schlugen sie die Thüringer. Sie begannen, Siedlungen anzulegen und zu roden. Die Benediktinermönche, die im 8. Jahrhundert missionierend folgten, setzten das Rodungswerk fort.

Zuerst wurden die fruchtbaren Lößgebiete auf Muschelkalk und Gipskeuper entlang von Verkehrslinien besiedelt. Dann folgte der Landausbau mit Rodung und der Anlage von Königshöfen in der Rednitzfurche und der Keuperstufe. Schließlich wurden die Grenzgebirge im Osten besiedelt. Das so entstehende "Neusiedelland" brauchte man, um die wachsende Bevölkerung ernähren zu können.

Die Urgaue lagen vor allem in der mainfränkischen Gäulandschaft, im Grabfeldgau, an der Tauber und der Gollach und reichten bis an die Keuperstufe des Rangau. Bei diesen Urgauen handelte es sich um Königsmarken oder Königsgut. Die Königsmarken mit einem altfränkischen Fronhof war Mittelpunkt einer umfangreichen Gutsverwaltung. Karl der Große gab in den "Capitulare de villis" Anweisungen für die Landbewirtschaftung. Die Höfe lagen vielfach an kleinen Bächen oder Flüssen, also an der Schwalm ("Sualafeldgau"), der Rannach ("Rangau"), der Iff ("Iffgau"), der Volkach ("Volksfeldgau"). Von hier aus nahm die fränkische Landnahme ihren Ausgang. Im 10./11. Jahrhundert war diese Entwicklung abgeschlossen. Die neuen Gebiete wurden durch Königshöfe gesichert und verwaltet (Hallstadt, Forchheim, Fürth, Langenzenn, Iphofen, Gollhofen, Windsheim, Würzburg, Hammelburg, Kitzingen, Mellrichstadt).

Während der Landnahme wurden viele Orte mit dem Grundwort "heim" gegründet. Franken wurde Königsland. Unter Ludwig dem Deutschen tauchte erstmals die Landesbezeichnung "Francia orientalis" auf. Die Gauverfassung wurde um die Jahrtausendwende aufgelöst. Reichsgut wurde zum Erbgut. Von nun an bestimmten der Ortsadel und andere Grundherren die Geschicke der Siedlungsorte.

Die am Ende des 7. Jahrhunderts erfolgte Bekehrung zum Christentum hatte zur Gründung einer großen Zahl von Klöstern und geistlichen Stiftungen in bisher unbebauten Gegenden geführt. Land wurde urbar gemacht. Es entstanden die Urklöster:

Ansbach, Hammelburg, Herrieden, Neustadt/Saale, Solnhofen, Würzburg, Neustadt/Main, Ochsenfurt, Kitzingen, Heidenheim, Spalt, Altenburg, Schwarzach, Feuchtwangen. Die Klöster trugen fränkische Reichskultur (Agrikultur) in das Land.

777 erhielt die Abtei Fulda das Schloß Hammelburg mit acht Weinbergen. Das 742 von Bonifatius gegründete Bistum Würzburg bildete das Zentrum einer das ganze Land umfassenden kirchlichen Organisation und war die dominierende politische Kraft dieses Raumes. Um 750 entstand das Bistum Eichstätt.

In der Flur setzte sich mit den Karolingern die Drei-Felder-Wirtschaft als neue Landnutzungsform anstelle der bisherigen Landwechselwirtschaft durch. die dreijährige Rotation von Wintergetreide, Sommergetreide und Brache ist ein Kulturlandschaftselement, das bis in unser Jahrhundert überdauert hat. Man kannte Pflug und Egge - noch nicht die Sense. Das weite Land war gemeinsamer Besitz (= Allmende).

 

Hinweise und Informationen:

-Karlsgraben "Fossa Carolina" bei Treuchtlingen

- Museum Bad Königshofen im Grabfeld

 

Fränkische Museenlandschaft

 


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