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Geschichtliche Epochen

VIII.

Nachbesiedlung -

Der frühneuzeitliche Landausbau

(um 1500 - 1800 n.Chr.)

 

 

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts begann eine neue Epoche in Franken:

Die Bildung der Territorialstaaten. Franken wurde vom Königsland der Karolinger und Staufer zu einem Gebilde aus vielen kleinstaatlichen Territorien verschiedenster Ausprägung, der "Fränkische Fleckerlteppich" entstand. Die territoriale Zersplitterung endete erst mit der Eingliederung in das Königreich Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Mit den Bistümern beziehungsweise Hochstiften Würzburg, Eichstätt, Bamberg und Mainz konkurrierten die Burggrafen, später die Markgrafen von Bayreuth und Ansbach, der Deutsche Orden, der erstarkte Adel, die Ritterschaften und die Reichsstädte Schweinfurt, Dinkelsbühl, Weißenburg, Nürnberg, Windsheim und Rothenburg o.d.T.

1512 tauchte zum ersten Mal der "Fränkische Kreis" als Verwaltungseinheit auf.

Die Blütezeit hielt an bis zur Reformation (1525 - 28). Vor diesem Hintergrund wurden vornehmlich unter dem Druck einer stark wachsenden ländlichen Bevölkerung im 16. und 17. Jahrhundert die landschaftlichen Strukturen angelegt.

Veranlaßt durch das Steigen der Getreidepreise seit 1570 wurden Neusiedlungen wieder betrieben. Wie sich die Erbteilung auf die Struktur auswirkte, zeigt das Beispiel Waldberg (Landkreis Rhön-Grabfeld). Der Ort wurde ab 1683 mit 10 Hofstellen neu angelegt. 1935 waren es bereits 73 Gehöfte.

Bedeutende Einschnitte in die Entwicklung brachten der Bauernkrieg, die Reformation (ab 1527) und der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648.

Der Bauernkrieg 1525 mit Franken als Zentrum der Aufstandsbewegung war ein Kampf um soziale Gerechtigkeit und politischen Einfluß vor dem Hintergrund der Reformation. "Von unserer Hände Arbeit lebt die Welt - wem gehört die Welt". Zu den Hauptursachen des Aufstandes zählte die Zunahme unterbäuerlicher Schichten, die zu innerdörflichen Spannungen um die Nutzungsrechte an den Allmenden (= Gemeinschaftsbesitztümer) führte. Hinzu kamen Änderungen im Grundleihrecht zuungunsten der Bauern und die Erhöhung der Abgaben und Frondienste.

Stationen des Aufstandes in Franken waren die Landwehr um Rothenburg o.d.T. mit dem Bauernhaufen "Die Schwarze Schar", das Taubertal, der Aischgrund, der Hesselberg, die Orte um Markt Bibart, die Mainlande um Bamberg, Kronach und Würzburg, Ochsenfurt und der Saaleraum.

Die Festung Marienberg in Würzburg war das Symbol bischöflicher Macht, die es zu brechen galt. Die Entscheidungsschlachten fanden in Lauda-Königshofen, Ingolstadt, Sulzdorf, Bütthard bei Würzburg und Ostheim am Hahnenkamm statt. Verknüpft mit dem Aufstand sind die Namen Florian Geyer, Götz von Berlichingen, Tilman Riemenschneider und Markgraf Casimir, genannt der Bauernschlächter.

Mit der Niederlage ging mehr zugrunde als Menschen, es wurde mehr verwüstet als nur Dörfer, Kirchen, Klöster oder Schlösser:

Das Rechtsbewußtsein wurde zerstört. Die eigentliche Bauernbefreiung erfolgte erst in den Jahren 1808 bis 1848 und war diesmal ein Werk des Staates.

 

Informationen und Hinweise:

"Florian Geyer" - Historisches Bauern- und Freiheitsspiel in Giebelstadt

 

Fränkische Museenlandschaft


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