Die fränkische Bratwurst


So vielseitig Franken ist, so vielseitig sind auch seine Bratwürste. Bald sind sie lang, manchmal auch schmal und des öfteren auch dünnhäutig. Bald geräuchert, bald gebraten, gesotten, von einem Blätterteig umgeben oder in rohem Zustand auf einem Bauernbrot als "Katzbrot" oder "Bratwurstg`häckbrot" mit viel Zwiebeln, Pfeffer, Salz und Paprika verzehrt.

Der Name Bratwurst kommt übrigens nicht von "braten", sondern von "Brat" (Fleisch ohne Fett und Knochen).

In der Ansbacher Gegend sind die Bratwürste 12 bis 18 Zentimeter lang und etwa 3 Zentimeter dick, hergestellt ausschließlich aus Schweinefleisch und in Schweinedarm abgefüllt.

Die Nürnberger Rostbratwurst ist dagegen aus alter Tradition gerade so lang wie ein kleiner Finger, wiegt nur 23 Gramm und wird über Buchenholzkohle gebraten.

Die Coburger Rostbratwurst, durch Kalbfleisch verfeinert, wiegt an die 80 Gramm, ist daumendick und spannenlang. Getrocknete Kiefernzapfen ("Kühle") geben das besondere Aroma.

Die Hammelburger "Knobline" ist mit Knoblauch gewürzt.

Nicht stückweise, sondern "vom Meter" wird die Sulzfelder Bratwurst verkauft.

 

Zu den gebratenen Bratwürsten (es gibt ja auch gekochte oder geräucherte!) gehört traditionell Sauerkraut und / oder Kartoffelsalat.

Eine erfrischende Variante sind die "Blauen Zipfel" oder "Sauren Bratwürste": rohe Bratwürste, die in einem Sud gezogen haben. Der Name "Blaue Zipfel" kommt daher, weil sie in der Brühe, die aus Wasser, Weinessig, Gewürzen (Lorbeerblätter, Wacholderbeeren), Zwiebelringen, Salz und Zucker und einem kräftigen Schuß Frankenwein besteht, nach der Sudzeit blau anlaufen.

Nicht zu vergessen sind die geräucherten Bratwürste, auch "Schlot-Engele", "Kaminteufel" oder "Bauernseufzer" genannt. Ein kerniges Bauernbrot, frisch zubereiteter Meerrettich und ein süffiges Bier oder ein guter Schoppen Frankenwein gehören zu einer fränkischen Bratwurstbrotzeit.

 


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