Weinland Franken


Seit mehr als tausend Jahren wird in Franken Wein angebaut, weil hier beste weinbauliche Bedingungen gegeben sind. Die Sommer sind heiß und trocken, was den Trauben ganz hervorragend bekommt. Eine langsame und lange Reifezeit gewährleistet ein harmonisches Verhältnis von Zucker und Säure, von Duft und Geschmack.

 

Dabei sind die Wachstumsbedingungen der Reben so vielfältig wie das Frankenland selbst. In den Anbauregionen im Fränkischen Weinland, im Spessart-Main-Odenwald, im Steigerwald, in den Haßbergen und in der südlichen Rhön mit einer Gesamt-Rebfläche von rund 6.000 Hektar sind die Böden ganz unterschiedlich. Im Mainviereck um Miltenberg wachsen die Reben vorwiegend auf Buntsandstein, an den kurvenreichen Windungen des Mains um Würzburg und Volkach wird eher auf Muschelkalk angebaut, und im Steigerwald geben Keuperböden den Trauben ihren Charakter. So entwickeln sich aus unterschiedlichen Gegebenheiten von Bodenverhältnissen und Klimavarianten überraschend vielfältige Rebsorten und reizvolle Unterschiede.

Das schmeckt man besonders beim Silvaner, der charakteristischen fränkischen Rebsorte. Die früh reifenden Trauben der Sorte Müller-Thurgau bringen dagegen weiche und blumige, leichte Weine hervor. In den sonnigsten Lagen wachsen die kleinen Riesling-Trauben, die wegen ihrer Rasse, Eleganz und einer duftigen Blume beliebt sind.

Die Bacchus-Rebe wächst auf tiefen, nährstoffreichen Böden und ist deshalb fruchtig und gehaltvoll. Die dickhäutigen Beeren der Kerner-Sorte sind die frühreifen unter den Reben. Man erkennt sie an ihrem kräftigen Aroma. Scheurebe-Weine glänzen mit einem vollen Bukett, das aus langer Reifezeit in besten Lagen resultiert. Spätburgunder und Portugieser bevorzugen Buntsandstein und sind die "farbigen" unter Frankens Weinen.

Strikte Mengenbeschränkungen und strenge Qualitätsprüfungen sind allen Weinen aus Franken auferlegt, anspruchsvolle Prämierungen bestätigen den besten die besondere Güte. Und schließlich ist da schon seit Jahrhunderten der eigenwillige "Bocksbeutel", der die Weine aus dem Frankenland alleine durch seine Art der Präsentation als das ganz Besondere heraushebt.

Woher der Name "Bocksbeutel" kommt? Hat er vielleicht etwas mit dem "Bugsbeutel" zu tun, einer Feldflasche, die man am Leib (dem "Buggert") trug? Oder mit dem "Bookesbeutel", einem niederdeutschen Gebetsbeutel, in dem gar manchesmal statt der Bibel ein Fläschchen Wein aufbewahrt wurde? Oder sollte man doch den Ziegenbock etwas näher anschauen?! Wie dem auch sei: In Gourmet-Tempeln, bei Staatsempfängen und in Königshäusern sind die "Bocksbeutel" aus dem Frankenland längst etabliert.

 

Fränkisches Weinland
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