Genüsse aus fränkischem Obst


Ein typisches Element der fränkischen Kulturlandschaften sind die Streuobstwiesen und -gärten. Ebenso landschaftsprägend sind Hecken aus Schlehen, Weißdorn, Holunder, Haselnuß und Sanddorn.

Und, nicht zu vergessen: Die Fränkische Schweiz ist das größte zusammenhängende Kirschen-Anbaugebiet in Europa. Neben den zahlreichen Süß- und Sauerkirschensorten wachsen hier in üppiger Fülle Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen und vor allem Birnen und Äpfel.

Wohin also mit all den süßen Früchtchen? Ganz klar, daß sie nicht nur pur vernascht, sondern auch für die Herstellung leckerer Marmeladen, Fruchtsäfte und Spirituosen verwendet werden. Da weiß man, was man trinkt: Die Säfte aus den fränkischen Fruchtsaftkeltereien bestehen tatsächlich noch aus 100 Prozent reinem Fruchtsaft von garantiert ungespritztem Obst. Sie werden ohne Zuckerzusatz oder sonstige Zusatzstoffe gepreßt und können sowohl klar (das heißt gefiltert) oder naturtrüb (mit Fruchtfleisch-Anteilen) sein - ganz nach Geschmack. Ein echter Genuß!

Wenn Alkohol ins Spiel kommt, entsteht völlig neue Geschmacksvarianten, denn die selbst angesetzten Fruchtsaftliköre, aber auch Kräuter-, Gewürz- und Bitterliköre ("Streitberger Bitter", "Sechsämtertropfen") finden reißenden Absatz. Eine edle Variante dieser "geistigen" Genüsse sind natürlich die aus verschiedensten Obstsorten gewonnenen "Obstgeiste" oder "Obstwässer" - was der Kenner fein zu unterscheiden weiß: Das "Wasser" ist der Brand aus vergorenen Früchten, für den "Geist" werden dagegen die unvergorenen Früchte mit Alkohol übergossen, der den Früchten das Aroma entzieht. Nach zwei bis drei Wochen wird dann destilliert. Die besten Sorten sind oftmals bei ganz kleinen Anbietern aufzuspüren - Bauernhöfen, die ihr altes Hausbranntrecht nutzen und gerade so viel Kirsch- und Zwetschgenwasser, Himbeer- und Schlehengeist produzieren, daß es für den Hausgebrauch reicht - und, zum Glück für den Gast, für ein bißchen Direktvermarktung. Wohl beklomm's!

 

zurück