Rezepte aus der Ramlesreuther Herrschaftsküche

(17. Jahrhundert)


Einen guden Pfeffer zu kochen

 

Nimb zwei große schnieden broth, legs Ins Feüer,

laß uvv beiden seitten Schwartz werden,

Nimbs auß dem Feuer inn ein kaldes wasser,

dues wieder herauß,

Schlags Inn ein saubers Duch,

so scheldt sich daß gebrendt darvon,

du das selbige broth Inn einen Hafen gieß fleisch brüe,

wein und Essig daran,

hack äpfel und Zwiefel,

Röste in Schmaltz,

dues darein laß wol sieden,

biß eß wirdt wie Ein Bray,

darnach Schlag Eß durch Ein Häres duech,

duß Inn ein Haffen,

due gewirtz,

Nägelein, Ingwer, Pfeffer und Zimmet,

So du wildt du Zuckher darein.

Setz Inn Ein kluedt,

Saltz Ihn Recht,

gieß Ihn über Schweinen,

oder Hirschen wildbräth,

Strei Ingwar und Zuckher darauf,

gibs warm uvv den Disch.


Anmerkung:

Dieses Gericht, jedoch ohne Zucker und Zimt, ist heute noch in abgewandelter Form als Hasenpfeffer, Ragout oder Gansjung bekannt.

 


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