Fränkische Essens-Philosophie
Zur fränkischen Essens-Philosophie gehört, daß bevorzugt heimische Erzeugnisse von bester Qualität und Frische angeboten werden. Landwirte, Winzer und Gastwirte sind die tragenden Säulen des ländlichen Raums. Der Bauernhof liefert heimische Nahrungsmittel von höchster Qualität, und die Wirte bereiten daraus kulinarische Schlemmereien.
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Ein Stück fränkischer Lebensqualität:
Da lachen einen die herzhaften, deftigen "Schweinsschäufele" (ein Stück von der Schulter) an, knusprig braun gebraten, serviert mit flaumigen, rohen Kartoffelklößen und einer würzigen Natursoße. Oder die fränkische Bratwurst, von der kleinfingergroßen Nürnberg Bratwurst bis zu den "Bauern-Seufzern". Dazu trinkt der Franke eine frische Halbe Bier oder einen herzhaften Silvaner von der Mainschleife. Daneben gibt es noch eine kräftig gewürzte Knoblauchwurst - das "Knoberla", nach dessen Genuß man für zwölf Stunden jeden geschäftlichen Termin absagen sollte, es sei denn, man habe es mit einem Franken zu tun. Die "Knoberla" haben ihren Namen vom Knoblauchsland erhalten, einem großen Gemüseanbaugebiet im Norden Nürnbergs. Von Nürnberg über Bamberg nach Würzburg, entlang der Flüsse Regnitz und Main werden heute noch Spezialitäten wie Kren (Meerrettich), Spargel und eine Vielfalt von Salat und Kraut angebaut. Für den süßen Gaumen bietet das Frankenland Kirschen, Erdbeeren und Weintrauben von Sommer bis Herbst, ganz frisch von Baum und Strauch oder veredelt zu Marmelade, Saft oder Hochprozentigem. Die aromatischen "geistigen" Obstbrände sind für den Franken besonders wichtig, da sie Platz schaffen für weitere Genüsse wie den Karpfen. Ein Aischgründer Karpfen, der Länge nach halbiert, in schwimmendem Fett herausgebacken, ist allein eine Reise wert.
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von Birgit Ringlein |
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