Konrad Grübel


Die ersten fränkischen Mundartgedichte, die sich erhalten haben, stammen von dem Flaschnermeister Johann Konrad Grübel, der 1736 in Nürnberg geboren wurde und dort auch sein ganzes Leben als im Nebenberuf Dichtender bis zu seinem Tod im Jahre 1809 verbrachte.

Grübels Gedichte, in Form eher einfach und schlicht gestrickt, erfreuten sich zu seiner Zeit großer Beliebtheit. Goethe urteilte 1805 in einer umfangreichen Besprechung der Grübelschen Gedichte, dass der Dichter "wirklich in allen seinen Darstellungen und Äußerungen als ein unerreichbares Beispiel von Geradsinn, Menschenverstand, Scharfblick, Durchblick in seinem Kreise da (steht), dass er demjenigen, der diese Eigenschaften zu schätzen weiß, Bewunderung ablockt."

Alles was dieser Dichter schreibe, sei "klar, heiter und rein, wie ein Glas Wasser", jedoch hielt Goethe, wenn die Gedichte einen größeren Leserkreis finden sollten, die Übersetzung der Mundart ins "reinere Deutsch" für unabdingbar."

Seit der Zeit Johann Konrad Grübels werden Dialektgedichte in Franken in großer Zahl und in großer qualitativer Spannbreite geschrieben.

 

Mehr Info dazu unter:  Konrad Gruebel

 

 

Der Schlosser und sein Gsell

 

A Schlosser haut an Gsell'n g'hat,

Der haut su longsam gfeilt,

Und wenn er z'Mittag gess'n haut,

Dau ober haut er g'eilt;

Der Eierst in der Schüss'l drin,

Der Letzt ah wider draus,

Es is ka Mensch su fleißi gwöst

Ban Tisch in ganz'n Haus.

 

Öitz haut amaul der Master gsagt:

Gsell dös versteih i niet,

Es is doch su mei Lebta gwöst

Und, wall i denk, die Ried:

Su wöi mer ärbet, ist mer ah;

Ba dir geiht's nit asu.

Su longsam haut no Kaner gefeilt,

Und ißt su gschwind wöi du.

 

Ja, sagt der Gsell, dös waß i scho,

Haut All's sein gout'n Grund;

Des Ess'n wöhrt halt goar nit lang,

Die Ärbet verzi Stund.

Wenn Aner möißt den ganz'n Tog

In an Stück ess'n fort,

Töt's aff die Letzt su longsam göih,

Als wöi ban Feil'n dort.

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