"Allamaggara"

von Friedrich Einsiedel


Wirt von der Brauerei Bauernwärtla, Sophienstraße 14, Bayreuth:

 

"Eingtlich hotä Potzler ghaaßn, Hans Potzler, und hot scho von außn an richtign Wärt von altn Schloog geleichgseng. Gut zwaa Zentnä schwer wora in die Schtramin-Hausschuh gschtandn, wo seina zwaa Maadla gor scheena Blimmla draufstickt ghatt hamm. Und an Mords Bierbauch hotä ghatt und auf der Westn wor aa Rinna iewä der annern und do wor der därrä Schnupftabak so lang draufgleeng bisä amoll abklopft worn is. Wallä net selwä miet in der Backschtumm gschtandn is, hotä sich den Schnupfschport leistn kenna. An Tolläbort horä aa ghatt und iewä die Schpeckbackn hamm seina Aung recht pfiffig in die Welt gschaut.

Also der Potzler wora Orchinolwärt, wie mer so leicht kann zweitn mehr find, und wallä zu jedn Menschn "Herzala" gsoocht hot, ganz Worscht, obs a Männla oddä Weiwla gwesn is, hamma die Leit es Herzala ghaaßn und so isä aa in ganz Bareith und driewä naus bekannt gwesn".


 Der Autor dieser Zeilen in Bayreuther Mundart, Friedrich Einsiedl, war am 11. April 1876 in Bayreuth geboren worden. Er wuchs in der Gegend zwischen der Stadtmauer und dem Mühlarm des Mains auf. Nach Realschulbesuch und einem kurzen Gastspiel im Fabrikkontor der Spinnerei Bayerlein kam er 18-jährig als "Schreib- und Zeichengehilfe" ins Bayreuther Stadtbauamt. Den städtischen Dienst quittierte er im Jahre 1941 als Stadtoberinspektor. Zahn Jahre später ging sein Leben still zu Ende.

Friedrich Einsiedel, ein "Klassiker der Bayreuther Mundartdichtung", bemühte sich Zeit seines Lebens ganz bewußt, den Bayreuther Dialekt in seiner Ursprünglichkeit "literaturfähig" zu machen. Er selbst hat dies in seinen nachgelassenen Lebenserinnerungen so festgehalten: "Meine Mußestunden waren der Festhaltung der Bayreuther Mundart gewidmiet. Zu diesem Zweck arbeitete ich viele Jahre lang mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München und Erlangen zusammen."

 

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