"A richtiga Bareitha mog, des is a alte Kees ... "

von Samuel Bach

A richtiga Bareitha mog,

des is a alta Kees,

ka liebers Essn zu Mittog

als wie sei griina Gleeß ...

 

An scheena Gruß Fra Kantnera

und do schickt eich mei Mudda

a wengla Milch, so sogt da Hans

und brängt glei a ganz Fuda.

An grußn Hufn ebnfull,

er konna kaum daschleppn.

Drum wära aa beinoh hiegschlong,

af dera finstan Treppn.

 

No Hans, sogt etz die Kantnersfra,

kännt ihr denn su vill grodn,

wenn ihr su gor freigiebig seid,

no kummta ja zu Schodn.

 

Hm, sogt da Hans, 's wor freili schwer,

drum mussi aa su schnaufn,

oba wos muß denn grod heit Nocht

a Maus do drinn dasaufn!

Er wird am 30. September 1850 in Oberkonnersreuth bei Bayreuth geboren. Nach seiner eigenen Beschreibung ist er in Bayreuth acht Jahre zur Schule gegangen. Weiterhin ist bekannt, dass er in Erlangen und Leipzig (1875) Theologie studiert und dann als evangelischer Pfarrer in Rimbach und Neustadt/Aisch gewirkt hat. Mit etwa 60 Jahren verstarb er nach längerer Krankheit wahrscheinlich in seinem geliebten Oberland.

Die erste gedruckte Mundartdichtung, die mit Bayreuth in Verbindung steht, sind die "Bareither Klöß" von Samuel Bach, die 1906 beim Verlag Carl Giessel in Bayreuth heraus gebracht wurden. 1922 erschien dieses ungemein populäre Büchlein im gleichen Verlag bereits in dritter Auflage. Eine zweite Folge von "Bareither Klöß", nämlich "Backna Klöß", war schon unmittelbar nach Samuel Bachs Tod 1910 im Verlag G. Kohler in Wunsiedel herausgebracht worden. Sie enthielt 32 Gedichte und sechs Erzählungen auf 97 Seiten.

Der Bayreuther Heimatschriftsteller Karl Meier-Gesees erwähnt in einem kurzen Absatz über Samuel Bach eine weitere Folge der "Bareither Klöß", nämlich "Zsammkratzi".

Samuel Bachs literarisches Erstlingswerk "Aus allen Töpfen" war bereits 1893 bei C.F. Gebert in Nürnberg erschienen, mit 80 Gedichten in Hochdeutsch, geschrieben im Stil der Zeit. Weitere vier Gedichte in Mundart, wurden später auch in die "Backna Klöß" übernommen.

Der Untertitel der "Bareither Klöß" lautet: Dichtungen in oberfränkischer Mundart. Eine einheitliche oberfränkische Mundart gab und gibt es bis heute nicht.

Samuel Bach war sich dieser Tatsache offenbar sehr wohl bewusst. So schreibt er am Ende des Büchleins: "Ich wollt amol a korza Lehr beigeb'n, wie mere en Oeberländer Dialekt behandeln muss. Doch hob ich's geh' gelossen. Denn annerscht redt mehr in der Höfer Geg'nd und annerscht in Thornah (Thurnau), und wos Bambergisch is, stimmt widder net derzu, und selber mei Bareither Klöß saenn mit Kulmbacher Breckeln gemischt - su mahn i halt: Wer'sch net aussprechen koh vo Jugend auf, der lernt's sei Letta (Lebtag) nimmer, aus Biechern am wenigsten, und wer'sch vo Kind auf g'wohnt is, rich't sich's scho zurecht, wenn ah net jeder Ausdruck und jed's Wörtla in sein Gart'n g'wachsen is."


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