A Teira Suppm

von Samuel Bach


Die "Kunst" wollt Richard Wagner in Bareith

Zum "Allgemeingut" machn fir die Leit;

Die oba hamm die Kunst zum Handwerk gmacht

Und schröpfn ihrea Gäst bei Tooch und Nacht!

 

Sobald die "Goldfisch" schwärma wie die Bien

Aus London, Petersburg, Frankfurt, Berlin,

Chikago, Yokohama und Paris,

Kriecht ganz Bareith es Zappln - des is gwieß!

 

Do hänga dann aus jedn zweitn Haus

Die Zettl: "Zimmer zu vermieten" raus.

Zehn Mark es Bett - des is fei nett zu vill,

Wenma im Festspielhaus dabei saa will!

 

Die Ochsen, Kälber, Hühner, Taubn und Gäns,

Wos eßbar is - bis auf die Heringsschwänz - ,

Und überhaupt a jeda Kaufmannswoar

Kost etzt es doppelt - und es dreifach goar!

 

Aa die Bauern draußn in Kunnerschrath

Schlong auf die Milch, die Butter, aufs Getrad,

Es Schmolz, die Eier - korz: auf jedes Ding . . .

Des alles macht der Nibelunga-Ring!

 

Gleich neban Theoter zu an "Restorateur"

Bringt a Bäuerla Frieh-Erdäpfel her.

Nett mehr wie 20 oda 25 Pfund.

Die Ärpfl senn richtig, mehlig, zeitig, xund.

 

Oba - für des Körbla voll - fünf Mark?

Des is fei doch a bissla goar zu stark!

Der Bauer oba läßt kann Pfenning noch,

Er kriecht sei Gald aa - des is goar ka Frooch!

 

Dafür möcht er sein Kundn aa beehrn

Und in da Wertschaft irgendwos verzehrn.

An Teller Suppm am End - zum Zeitvertreib,

Der kost' nett vill - und is wos Worms im Leib!

 

" . . . Der kost' nett vill?" No, Heiner, wart a weng,

Dir wird dei Hosn und dei Moong za eng;

Wenn's dann ons Zohln geht, Heiner, do paß auf . . .

Auf dei fünf Mark - legst nuch a halba drauf!

 

Fünf Mark und fuchzig Pfenng - do hilft ka Fluchn,

Ka Schimpfn, Handeln und ka Schutzmohsuchn;

Denn in die Suppm, do is neikocht gwest

Wos Roarsch: "A indianisch Vugelnest!"

 

Wer Leckerbissn will, der muß aa zohln.

Ma soll na Teifl on die Wänd nett mohln;

Wie ma in Wold neischreit, hallt's widda raus,

Und an Bareitha schmiert ka Bauer aus!

 


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