Der Kiechlastaach !

von Samuel Bach


Der Hansgärch, der fängt oo za kloong,

ball Kupfweh - und ball Fieber,

es drückt nas Herz, es drückt da Moong,

es Essn konner nett vatroong -

er denkt, es geht bald nieber!

 

Ma hott scho allerhand probiert,

an Hollertee, Gamilln;

da Boder hottna scho klistiert,

doch nix hot kolfn, nix sich griert,

a nett die Schweizer Pilln!

 

Ja, wenna morng nett Kärwa wär

und suan Hauftn Ärbat,

do käms ann elend in die Quer,

wenn heind da Bauer schterbat!

 

Zum Glick kummt - eh ma sichs gadocht -

da Herr Bezirksorzt gforn.

Der gibt auf jeda Kärwa acht;

am Samstoch werd do immer gschlacht -

do fährta naus - seit Joarn!

 

Jetzt will er den Patientn gleich

beklopfn und behorng

und hebt es Zudeck auf - do schreit

die Bäuera: "Loßt Eich na Zeit,

ich muß mei Woar erscht bsorng!"

 

No hultsa untn raus von Bett,

grood bo ihrn Moo sein Fießn,

a Schissl, die mit ann Serwett

is zugadeckt - und an Jackett -

Leit, is des nett kzan Schießn?

 

Hot ma scho gheert von suan Straach? -

Des werd ma seltn finna!

Hot duch die Fraa ihrn Kiechlastaach,

damitta aufgeht, worm und waach,

in dära Bettschtott drinna!

 

Und etzt läßt aa ihr kronka Moo

sich hörn: "Geh zu, Johanna,

fang mitn Kiechlabackn oo,

daß unna Dokta a poar koo

rausessn aus da Pfanna!"

 

Der oba kratzt sich in die Hoar

und tut a "Dankschee" brumma,

denn, maant er, "sua fetta Woar

verderb at ann denn Moong ja goar,

des kennt ann schlecht bekumma!"

 

No, unner Hansgärch, stott zu schterm,

konn frieh scho fest zulanga.

"Die Kiechla", soocht er, "schmierns Gedärm,

zamoll wennsa nuch vo da Wärm

im Bett senn tichtich ganga!"

 

Da Dokta oba merkt die Lehr,

seitdem er so daschreckt is,

der mooch ka Bauernkiechla mehr . . .

Wer waaß, wos Dämpfla gschteckt is!"

 


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