DER SEIDIGE GLANZ - HEDVÁBNÝ LESK
Zinn in Ostbayern und Böhmen
(Cin ve v´<chodnim Bavorsku a v Cechách)
Mai - Oktober 2001
Schloss Theuern
Zinn gehört zu den frühesten genutzten Rohstoffen. So gab die Bronze, eine Legierung von Zinn und Kupfer, einer ganzen prähistorischen Epoche ihren Namen. In der römischen Antike und wieder seit dem frühen Mittelalter wurde Zinn auch eigenständig verarbeitet. Seit etwa dem 14. Jahrhundert verbreitete sich das vielseitig verwendbare weiche Metall sowohl im kirchlichen aus auch im profanen Leben.
Der typische seidig-matte Glanz des Zinngeschirrs ist von den Tischen, Schaubuffets und Schränken der frühen Neuzeit kaum wegzudenken. Erst der Siegeszug des Porzellans ließ den vielfachen Gebrauch von Zinn in den Hintergrund treten.
Der ostbayerisch-böhmische Grenzraum war in Mittelalter und früher Neuzeit eine "Zinnlandschaft". Seit dem 13. Jahrhundert wurde im Fichtelgebirge und im böhmischen Kaiserwald Zinn gefördert. Die Lagerstätten von Schönfeld/Krásno und Schlaggenwald/Horni Slavkov in der Nähe von Karlsbad zählten im 16. Jahrhundert zu den wichtigsten in Mitteleuropa. Nicht alles Zinn wurde allerdings als Rohstoff exportiert; das Handwerk der Zinn- oder Kandelgießer erreichte im westlichen Böhmen eine hohe Blüte.
Bereits seit dem hohen Mittelalter ist auch der Export von böhmischem Zinn nach Regensburg nachweisbar. Die Reichsstadt an der Donau bezog das Zinn direkt aus Böhmen oder über den Nürnberger Zwischenhandel. In ganz Ostbayern spielte das Handwerk des Zinngießers bis ins 19. Jahrhundert hinein eine große Rolle. Auch wenn die große Zeit des Zinns damals endete, haben sich bis heute Meisterbetriebe gehalten, die die hohe Kunst qualitätvollen Zinngusses beherrschen.
Die Ausstellung "Der seidige Glanz" rückt die Geschichte von Zinnerzeugung und -Verarbeitung in Ostbayern und Böhmen wieder stärker ans Licht. Die Techniken und Überresten der bergbaulichen Gewinnung können anhand neuer Aufschlüsse in historischen Abbauen gezeigt werden. Die Darstellung der Zinnhandelsrouten zwischen Bayern und Böhmen führt zum Zinnhandwerk des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Hier präsentiert die Ausstellung wertvolle Zinngefäße aus Bayern und Böhmen, wobei viele der böhmischen Stücke erstmals in Bayern zu sehen sind. Ein Höhepunkt sind dabei die Karlsbader Prachtdekors der Barockzeit. Doch auch moderne Zinnarbeiten und der Einsatz von Zinn in der Technologie bilden Themenschwerpunkte. Die Techniken des komplizierten Zinngusses und der Zinnbearbeitung werden durch die Einrichtung einer Zinngießerwerkstatt für die Besucher lebendig.
Veranstalter: Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern und Haus der Bayerischen Geschichte in Zusammenarbeit mit der Nadace Georgia Agricoly, Region Slavkovsky Les /Kaiserwald, CZ.
Anschrift: Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern Schloss Theuern, Portnerstraße 1, 92245 Kümmersbruck, Tel. 09624 / 832, Fax: 09624 / 24 98, Email: MuseumTheuern@t-online.de
Öffnungszeiten während der Sonderausstellung: Mo - Sa: 9 - 17 Uhr; So - Feiertag: 10 - 17 Uhr
Dolováni cinü a mistrovstvi cinarü patrí k spolecné minulosti vychodniho Bavorska a Cech. Výstava ukázuje priklady historického dobýváni a upravováni. Cenné a vzácné cinové zbozi dosvedcuje dovednost cinaru s typickým hedvábným leskem cinového nádobi. Návstevnici muzou krome tho zazit také tradicni a moderni techniky cinarstvi.
Historický obchod se cinem z cinových lozisek Slavkovského les napr. do Norimberku a Rezna je dalsi téma výstavy. Na sklonku 18. stoleti zapocal postupný úpadek; cinarstvi nemohlo konkurovat s porcelánovemu prumyslu. S touto smenou konci výstave "Hedvábný lesk"