I.

Erstmalig urkundlich erwähnter Name Frankens


Als Heimat und Ausgangsregion der Franken

galt in römischer Zeit das Gebiet rechts des Niederrheins.

 

Auf einer spätrömischen Straßenkarte,

der sogenannten Tabula Peutingeriana, ist der Name

FRANCIA

im rechtsrheinischen Vorfeld der Colonia Traiana / Xanten eingetragen.

 

In den anderen Quellen sind die Angaben über die Ausdehnung des fränkischen Gebietes recht ungenau.

> Nach Eumenius (Panegyrici Latini VI, 6,2) erstreckte es sich zu Beginn des 4. Jahrhunderts bis an die äußersten Küsten des Barbarenlandes (ultimis barbariae litoribus).

> Ähnlich teilt der Redner Libanius (Oratio LIX, 127) den Franken Wohnsitze jenseits des Rheines und dicht am Ozean zu.

  

 

 

 

Franken - der Name

 

In der Peutinger-Karte mit dem Namen "FRANCIA" auf der rechten Rheinseite, werden nicht mehr die von Sulpicius Alexander genannten Altstämme (Brukterer, Chamaver, Amsivarier und Chattuarier) genannt, sondern der Stamm der "FRANCIA".

 

Unter dem neuen Namen "FRANCIA" (" lat. sgm = sich selbst bezwingen oder beherrschen") erkennen wir den Zusammenschluß fränkischer Altstämme, die unter diesem Namen in den römischen Quellen erstmalig benannt wurden. Sieht man in den Franken einen vorrangig politisch motivierten Zusammenschluß reichsunabhängiger Stämme, so bleiben die Provinzialen natürlich ausgeschlossen. Andererseits handelt es sich aber bei den fränkischen Teilstämmen, wie die Quellen zeigen, nicht um einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Menschen unterschiedlichster Herkunft, sondern um ehemalige Nachbarn der römischen Provinz, um Stämme aus der gleichen Region, die gemeinsame kulturelle Traditionen besessen haben. Dies wiederum verband sie mit den Provinzialen, die trotz ihrer Reichsangehörigkeit keineswegs vollständig in einer uniformen römischen Provinzialbevölkerung aufgegangen waren, sondern durchaus ihre stammesbezogene Identität gewahrt hatten, sie sogar im 3. Jahrhundert wieder besonders herauszukehren bemüht waren. Dem scheint zumindest die ideelle Rolle zu entsprechen, die die Überlieferung ihnen zumißt.

 

Die tatsächlichen Gründer des Frankenbundes ( "FRANCIA" ) dürften nach Lage der Dinge hier wohl nur die Stämme des rechtsrheinischen Raumes in Betracht kommen. Man dachte an die Brukterer, aber auch an die Chamaven oder die Salier (!). Angesichts der späteren Rolle der Salier und des Umstandes, daß vor allem sie sich des traditionsreichen Sugambrernamens (gemeint ist der als Synonym für Franken verwendete Name Sicambrer (Sugambrer), der alte, nach Niederlage und Umsiedlung 8 v. Chr. abgelegte Name der um Xanten wohnenden Cugerner, die später auch Traianenses genannt wurden) bedient haben, möchte man vorrangig sie in Betracht ziehen. Nicht zu unterschätzen sind allerdings auch die Brukterer, die in tatsächlich enger Verbindung mit den Provinzialen des ehemaligen ubischen Gebietes um Köln (den späteren Agrippinensern) einen lange eigenständigen fränkischen Machtbereich gründeten, das Land Ribuarien.

 


 

Der

Frankenbund

 

Auf der Peutinger-Karte der Römer

werden die Altstämme der Franken

nur noch als "FRANCIA" bezeichnet,

was soviel bedeutet,

daß hier das Volk der Franken lebt,

das sich auch selbst beherrscht (regiert).


Anmerkung dazu:

Es ist ungewohnt, von den Franken als Nation oder Volk und nicht als Stamm zu sprechen. Schaut man in ein einschlägiges Hand- oder Schulbuch, so findet man dort die Franken als Stamm der Germanen behandelt, ihr Reich als Vorläufer, nicht als historische Basis moderner Staaten.

Die gängige Meinung von einer bloßen Untergruppe- und Vorläuferrolle der Franken wird jedoch ihrer wirklichen Bedeutung bis etwa 750 n.Chr. nicht gerecht. Sie waren seinerzeit Wegbereiter Europas, und ihr vielfältiges Werk dient uns immer noch als Lebensgrundlage, kann sogar Anregung zum Überdenken moderner Aufgaben sein.

Seit den Römern war "FRANCIA" ein fester Begriff für das gesamtfränkische Volk. Im Vertrag von Verdun (843 n.Chr.) gab es die feststehenden Bezeichnungen "FRANCIA Orientalis" und "FRANCIA Occidentis". Aber auch die Araber bezeichneten so unter "ifranji" und ebenso auch schon die Perser unter "farangi" das Volk der Franken.

 


 
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