Seit wann gibt es Ober-/Mittel- und Unterfranken?


Begriff „Mainkreis“

Die von Graf Montgelas 1808 verfasste Konstitution des Königreiches Bayern glich dessen Territorialeinteilung dem französischen Vorbild an und orientierte sich primär an Flussnamen. Mit Verordnung vom 21.06.1808 wurde somit der amtliche Begriff  „Mainkreis“ (Hauptstadt Bamberg) geschaffen. Im Jahre 1810 wurde dieser „Mainkreis“ um ein Vielfaches vergrößert.

 

Begriff „Stämmenamen im Königreich Bayern“

1837 wurde die Bezeichnung der Kreise geändert. Statt Flussnamen orientierte sie sich nunmehr am Namen der Stämme. Das Königreich Bayern unterteilte sich somit in  die „Königlich Bayerische Regierungen von …“ Schwaben, Franken, Altbayern und Pfalz (= Stammesnamen).

 

Hier entstand 1837 aus dem „Mainkreis“ von 1808 erstmals der „politische“ Stammesbegriff  „Franken“ im Königreich Bayern. Es gab somit eine Art Gebietsreform. Die Verwaltungskreise im königlich-bayerischen Franken ab 1837 wurden nun zusammengefasst. Ab dem Jahre 1838 wurde das „königlich-bayerische Frankengebiet“ in drei Verwaltungsbereiche aufgeteilt.

Es entstanden nun die Bezeichnungen „Königlich Bayerische Regierungen von Ober-, Mittel- und Unterfranken.

 


Somit wurde aus dem früheren „Mainkreis“ und dem politischen Stammesbegriff „Franken“ – als königlich-bayerisches Franken in Folge der Verwaltungsneuaufteilung wieder nach „französischem“ Vorbild (geografisch gesehen):

…am Oberlauf des Maines = Oberfranken

…am Unterlauf des Maines = Unterfranken

…dazwischen = Mittelfranken

 

Das kann natürlich nur ein allgemeiner Umriss sein, da ja im Jahre 1920 der Freistaat Coburg dazu kam,  auch einmal die königlich bayerischen Regierungen von Niederbayern, Oberpfalz, Mittelfranken und Oberfranken zusammengelegt  – 1948 wieder aufgehoben wurden. Auch bei den kreisfreien Städte hatte sich manches verändert.

 


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