BECHHOFEN

Die bayerische Pinselmetropole

Vor 650 Jahren wurde Bechhofen zum Markt erhoben


Zwischen Romantischer Straße und Fränkischem Seenland bildet der Markt Bechhofen an der Heide den Mittelpunkt des Städtevierecks Ansbach, Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Gunzenhausen.

Über die früheste Geschichte von Bechhofen ist wenig bekannt. Vermutlich ist der Ort im 12. Jahrhundert entstanden. Urkundlich festzumachen ist, dass Bechhofen am 5. September 1351 von Kaiser Karl IV. die Gerichtsbarkeit und das Marktrecht erhielt. Damals war der Ort schon längst über eine bloße Niederlassung von Pechsiedern hinausgewachsen. Vom 15. bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts regierte das Geschlecht der von Seckendorff in Bechhofen.

In seinem eigenen Interesse verhinderte das Adelsgeschlecht das Aufkommen eines zu selbständigen Bürgertums und damit wohl auch die Entwicklung Bechhofens zur Stadt. Noch heute erinnert das Schloss an die Seckendorff 'sche Herrschaft.

Schon früh entwickelte sich in Bechhofen eine ansehnliche israelitische Kultusgemeinde. Die um die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Synagoge galt als eines der imposantesten jüdischen Gotteshäuser in Deutschland. Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein an die Synagoge, die wie so viele andere 1938 in der "Reichskristallnacht" zerstört wurde. Der circa 2,5 Hektar große jüdische Friedhof mit über 8000 Grabstätten auf einer Anhöhe im Nordwesten des Ortes erinnert noch immer an die große israelitische Gemeinde von Bechhofen, deren Angehörige zwischen 1700 und 1860 wohl zwei Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachten. Der Friedhof zählt zu den ältesten und größten jüdischen Begräbnisstätten in Deutschland.

Die Entwicklung Bechhofens wurde durch den Dreißigjährigen Krieg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts jäh unterbrochen. Durch die Verwüstungen des Krieges und die Pest war der Ort fast vollständig vernichtet und ausgestorben. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ist wenig über Bechhofen bekannt. 1806 kam der Ort, der bis dahin unter preußischer Herrschaft gestanden hatte, zu Bayern.

Das seit 1985 ortsansässige Deutsche Pinsel- und Bürstenmuseum zeichnet Bechhofen als Metropole dieses Handwerks aus. Die Gründung dieses in Europa einmaligen Fachmuseums geht auf eine Initiative von Bechhofener Pinsel- und Bürstenmacher zurück. Das Museum zeigt das Handwerk der Pinsel- und Bürstenmacher in seiner ganzen Vielfalt und seiner Entwicklungsgeschichte.

Neben zahlreichen Veranstaltungen im Laufe des Jahres feiert Bechhofen den 650. Geburtstag seiner Markterhebung ausgiebig vom 13. bis zum 16. September.

 

Informationen:

Markt Bechhofen, Tel. 09822 / 60 60 oder Fax: 09822 / 60 65 0


zurück