Evangelisch in Franken (Bayern)


Bamberg ist unübersehbar von der katholischen Kirche geprägt und ihre einmalige Domstadt. Die St.-Stephans-Kirche allerdings, ein wuchtiger Sandsteinbau auf dem südlichsten Stadthügel, ist evangelisch, ein - zu jenem Zeitpunkt als Lagerhaus genutztes - Geschenk von Bayernkönig Maximilian I. im Jahr 1807 an die damals gerade eben 200 Evangelischen.

Dabei ist St.-Stephan ein Unikum im christlichen Abendland: das einzige Gotteshaus auf deutschem Boden, das von einem amtierenden Papst geweiht wurde.

Im Bamberger Land gibt es Orte mit langer protestantischer Tradition: In Walsdorf etwa steht die Wiege der Bamberger evangelischen Tochtergemeinde, und in Buttenheim bei Hirschaid führte das Rittergeschlecht derer von Stiebar in ihren fünf Schlössern die lutherische Lehre ein, derweil die Dorfbevölkerung katholisch blieb.

Zu den ältesten Gebieten der Reformation in Franken gehört die Pfarrei Beerbach, die seit 1521 besteht und im Osten des Dekanats Erlangen liegt. Erlangen selber, die "kleinste Großstadt Deutschlands" mit knapp über 100000 Einwohnern, verdankt ihr Wachstum den aus Frankreich geflohenen Hugenotten, für die Markgraf Christian Ernst am 1686 eine Neustadt "Christian-Erlang" als barocke Idealstadt mit rechtwinkeligem Straßennetz baute.

 

Auszug aus dem Buch: "Evangelisches Bayern", Helmut Frank (hg.), Verlag Evang. Presseverband Bayern e.V.


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