Militärische Raritäten

"300 Jahre Königreich Preußen - die Armee Friedrichs I."

auf der Plassenburg / Kulmbach


Eine hochkarätige Sonderausstellung zum Thema "300 Jahre Königreich Preußen - die Armee Friedrichs I." hat auf der Kulmbacher Plassenburg begonnen. Die Sonderschau zeigt bis 14. Oktober 2001 zum Teil bisher noch nie ausgestellte Unikate, darunter eine Kavalleriepistole aus Suhl von 1710 und eine Steinschlossflinte aus dem königlichen Zeughaus Friedrichs I.

Sind preußische Militaria aus der Zeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) oder Friedrichs des Großen (1740-1786) schon Seltenheiten, so gehören Exponate aus der Zeit des ersten Preußenkönigs Friedrich I. zu den absoluten Raritäten. Die Bayerische Schlösserverwaltung präsentiert in den Vitrinen rund 50 Ausstellungsstücke. Einmal wird der höfische Aspekt mit dem König als Mittelpunkt dargestellt, und zum Zweiten wird der einfache Soldat, der Musketier zur Fuß und der Kürassier zu Pferd, mit seiner Ausrüstung gezeigt.

Hervorzuheben sind drei Schusswaffen und eine Stangenwaffe, deren "Magasin Royal"-Beschriftung die Herkunft aus dem königlichen Zeughaus belegt und die nach 300 Jahren als Unikate anzusehen sind. Nicht minder bedeutsam ist eine kleine Sammlung von Exemplaren des schwarzen Adlerordens, den der König am Tag seiner Krönung, 18. Januar 1701, ins Leben rief, mit dem Wahlspruch "Suum Cuique" (Jedem das Seine).

Völlig unbeschadet hat eine seidene Standarte des Dragonerregiments von Derfflinger die Jahrhunderte überstanden. Vervollständigt wird die Ausstellung durch zeitgenössische Gemälde - wie ein Porträt Friedrichs I. aus der Werkstatt Pesne - und eine Auswahl von Blankwaffen.

300 Jahre nach seiner eigenhändigen Königskrönung rückt Friedrich I., der bisher als Person nicht besonders gewürdigt wurde, nun in den Mittelpunkt des Interesses. Wie viele absolutistische Fürsten seiner Zeit strebte er nach Standeserhöhung. Seine Unterstützung des Kaisers in der spanischen Erbfolge ließ er sich durch die Königswürde honorieren. In seiner Zeit erfolgte die Umrüstung der Armee auf Steinschlossgewehr - mit dem Ergebnis, dass die preußische Infanterie wegen ihrer Ausbildung im Feuergefecht auf den Kriegsschauplätzen besonders gefragt war.

Die Sonderschau ist im Armeemuseum Friedrich der Große zu sehen, das 1999 gegründet wurde. Es beherbergt mit etwa 600 Exponaten die weltweit größte zugängliche Sammlung altpreußischer Militaria des 18. Jahrhunderts. Sie stammen weitgehend aus dem Privatbesitz von Bernd Windsheimer, eines Sammlers aus Passau. Schwerpunkte des Armeemuseums bildeten Blankwaffen, Schusswaffen, Fahnen und Gemälde.


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