Rettung der Prussia - Sammlung


Die Bergung und Konservierung einer der bedeutendsten archäologischen Sammlungen Europas, der lange verschollen geglaubten und kürzlich wiedergefundenen Schausammlung zur Geschichte der Prussen, zählt zu den neuesten Förderprojekten der "ZEIT-Stifung Ebelin und Gerd Bucerius zum Erhalt von Kulturgütern".

Früher war die Sammlung im Königsberger Schloß aufgestellt, jetzt wird sie im Prussia-Museum in Kaliningrad aufbewahrt.

Die im 19. Jahrhundert von privater Seite aus initiierte und später von der preußischen Regierung geförderte Sammlung umfaßte mehr als 450 000 Fundstücke, vornehmlich Alltagsgegenstände und Schmuck, aus der Geschichte des Stammvolks der späteren Preußen. Sie stellt europaweit die größte geschlossene Sammlung über einen Volksstamm dar.

Während die größten Teile der Magazinbestände und Archivalien 1944/45 aus Königsberg fortgeschafft wurden, galt die Schausammlung - zumindest für die westliche Welt - als verschollen. Um die Jahrhundertwende 1999/2000 wurde durch deutsche Journalisten bekannt, daß sich rund 24 000 Objekte des Prussia-Museums in alten Befestigungsanlagen um Kaliningrad befinden.

Seit Februar 2000 lagern nun die zweifelsfrei identifizierten Stücke, die teilweise bis in die Steinzeit datieren, in der Archäologischen Abteilung des Museums für Kunst und Geschichte in Kaliningrad. Hier hat die ZEIT-Stiftung eine Arbeitsstelle mit drei Archäologen eingerichtet, die sich in den nächsten zwei Jahren (vermutlich bis 2003) mit der Konservierung, Magazinierung und Archivierung der Bestände beschäftigen werden. Die russischen Wissenschaftler wurden dafür jüngst zwei Wochen lang in Deutschland fortgebildet.

Hier konnten auch Kontakte zum Marburger Herder-Institut geknüpft werden, wo wichtige Archivalien zur Bearbeitung der Prussia-Funde lagern. Im Vordergrund des russisch-deutschen Kooperationsprojektes steht die Restaurierung der Fundstücke, langfristig ist ihre Ausstellung angestrebt.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.zeit-stiftung.de


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