"Sandkerwa in Bamberg"


Sankt Elisabeth im Sand - die "Sandkerwa" ist tatsächlich ein Kirchweihfest. Man möchte es nicht glauben angesichts der Besuchermassen während der fünf Tage im August und der Ausdehnung der Kerwa über das gesamte Bamberger Sandgebiet - wie hier die Altstadt am linken Regnitzufer heißt - und darüber hinaus. Gilt doch nicht zuletzt die Regnitz inklusive ihrer ins Wasser gebaute Fischersiedlung Klein-Venedig als eigentliches Zentrum des Volksfestes.

Im September 1328 hatte ein Bamberger Bürger namens Chunrat Eseler den Gedanken, testamentarisch eine Spitalstiftung ins Leben zu rufen. Bald darauf entstanden wohl die Gebäude für diese Einrichtung, die mit Beginn des 15. Jahrhunderts "Elisabethenspital" genannt wurde. Die dazugehörige und heute noch bestehende Kirche entstammt ebenfalls dem 15. Jahrhundert. Nachdem das Elisabethenspital 1736 umgezogen war, und zwar ins Katharinenspital, weil der Fürstbischof es mit diesem vereinigt hatte, standen die Gebäude leer und sollten zunächst die fürstbischöfliche Husarengarde aufnehmen. Doch stattdessen wurde daraus ein Zucht- und Arbeitshaus, das in Gestalt eines barocken "Neubaus" an der Stelle des alten Spitals noch heute als Justizvollzugsanstalt genutzt wird. Die Kirche selbst wurde 1821 säkularisiert und als Magazin verwendet, konnte aber 1878 von der Stadt erworben und als Kirche neu gestaltet werden.

Der Heimatforscher und Mitinitiator der "Sandkerwa", Hans Paschke, fand in einer Rechnung des Jahres 1531 sogar den Hinweis auf ein am 24. August begangenes Kirchweihfest. Dieser Fund stellte sich freilich erst nachträglich ein, als theoretische Untermauerung gewissermaßen, denn da war die "Sandkerwa" bereits in die dritte Saison gegangen.

Angefangen hatte mit der neuen "Sandkerwa" alles 1951, als ein im Sandgebiet ansässiger Malermeister namens Franz Albinger als zweiter Vorstand des Bürgervereins 4. Distrikt die ältere Idee einiger Gastwirte aufgriff, eine eigene Kirchweih auszurichten.

Schnell wurde jedenfalls klar, dass die Sandkerwa nicht nur bei sehr vielen Bambergern sehr beliebt ist. Auswärtige Gäste kommen in großer Zahl, und das nicht nur aus der näheren Region. Das Volksfest im Sand - immer in der zweiten Augusthälfte - ist ein fester Bestandteil des Bamberger Tourismusjahres geworden.


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