Der Bamberger Königsmord

und dessen europäische Bedeutung

dargestellt in 3 Kapiteln zu den vermutlichen politischen Gründen dieses Attentats auf den Stauferkönig Philipp von Schwaben am 21. Juni 1208 als

hypothetische Geschichtsbetrachtung der vermutlich für das Attentat maßgebenden historischen Voraussetzungen.

von Ernst Seifert, Bayreuth

 


I.

Der Königsmord in Bamberg: - privater Racheakt oder politisches Attentat-

II.

Die Entstehung des Königreiches Sizilien (1059/1282): Artikel B - Die Staufer ab 1194 - 1266

III.

Die Kreuzzüge ab 1096 bis 1270: einschließlich Fazit zum 3. Kreuzzug - 1189/1192 - sowie Epilog zum Königsmord in Bamberg

dazu:

Anmerkung zu den Babenberger Markgrafen und Herzögen von Österreich ab 976/1246


Erläuterung zu den politischen Macht- und Gebietsstrukturen in Westeuropa

zur Zeit des Königsmordes am 21. Juni 1208 in Bamberg

 

a

Im Heiligen-Römischen-Reich-Deutscher Nation (800-1806) fanden nach dem Tod von Kaiser Heinrich VI. (Staufer) im Jahre 1197 ab 1198 erbitterte Machtkämpfe statt. Gleichzeitig mit dem Staufer Philipp von Schwaben war auch König Otto (IV) von Braunschweig ein Welfe von den deutschen Fürsten zum deutschen König gewählt worden.

 

b

Gleichzeitig herrschten auch seit 1195 bereits kriegerische Auseinandersetzungen im westlichen Frankreich zwischen dem König Philipp II. August von Frankreich sowie den Königen Richard I. Löwenherz (gest. 1199) kund Johann ohne Land (ab 1199) von England. Dabei ging es um die englischen Festlandbesitzungen (Angevinisches Reich) in Westfrankreich, welche König Philipp II. August zurück zu erobern versuchte.

Das französische Kronland bestand seit 1152 nämlich lediglich aus den in Ostfrankreich gelegenen Grafschaften Flandern, Vermandois und Champagne, sowie dem Herzogtum Burgung und der Ile de France samt den Gebieten um Chartei, Fraitaral und Blois. Die englischen Festlandbesitzungen des Angevinischen Reiches in Westfrankreich, bestanden damals aus den Herzogtümern Normandie und Bretagne, der Grafschaft Anjou sowie seit 1152 aus dem Herzogtum Aquitanien.

Anmerkung zum Herzogtum Aquitanien:

Dieses gehörte von 1137 bis 1152 zum Königreich Frankreich, da die Herzogstochter Eleonore von Poitier mit König Ludwig VII. 1152, heiratete diese den Grafen von Anjou welcher als Heinrich II. 1154 König von England wurde wodurch das Herzogtum Aquitanien zum Festlandbesitz des Angevinischen Reiches kam.

 

c

Der Kirchenstaat (Patrimonium PETRI)

Das damalige weltliche Hoheitsgebiet der Päpste in Mittelitalien (Rom, Ravenna, Ancona und Rimini), war zwischen dem Mittelmeer und der Adria gelegen.

Zur Zeit der Staufer (1194/1266), wurde der Kirchenstaat an seiner Nordseite vom Deutschen Reich und an seiner Südseite vom Königreich Neapel-Sizilien begrenzt. Nach dem Tod des Deutschen Kaisers Heinrich VI. (Staufer) 1197, welcher ab 1194 auch König von Sizilien gewesen war, herrschte ab 1198 Papst Innozens III. über den Kirchenstaat. Der neue Papst war natürlich bestrebt, nach dem Tod von Kaiser Heinrich VI. den Einfluß der Staufer auf das Königreich Sizilien einzudämmen.

Als Vormund von Friedrich (II) dem 1194 geborenen Sohn des verstorbenen Kaisers, lies sich Papst Innozens III. daher die päpstliche Lehenshoheit über das Königreich Sizilien erneuern. Außerdem unterstütze Papst Innozens während der staufisch-welfischen Thronstreitigkeiten von 1198/1208 im Deutschen Reich, König Otto IV. (Welfe) den Gegenkönig von Philipp von Schwaben (Staufer), welch letzterer ein Bruder des verstorbenen Kaiser Heinrich VI. war.

 

d

 

Die Markgrafenschaft Österreich ab 1156 Herzogtum (976/1246):

Die im 8. Jahrhundert von Kaiser Karl dem Großen gegründete und nach 955 von Kaiser Otto I. dem Großen (912/973) neu geordnete Ostmark (Niederösterreich), wurde 976 von Kaiser Otto II. (955/983) an die Babenberger (fränkischen Grafengeschlecht) vergeben.

Die neue Markgrafschaft Österreich war im Nordosten des Reiches (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation), sowie an der Donau gelegen. Im Osten wurde die Markgrafschaft von Königreich Ungarn sowie an der Nordostseite von Königreich Böhmen und Markgrafschaft Mähren begrenzt. Ab 1156 wurde die Markgrafschaft Österreich unter Kaiser Friedrich I. (112/1190) zum Herzogtum erhoben.

 

Bemerkung zur Ersterwähnung der Mark Österreich:

Bei der 996 erstmaligen urkundlichen Bezeichnung "Regio vulgo Ostarichi" der Mark unter Kaiser Otto III. (980/1002), sollte vermutlich lediglich auf die Lage derselben im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation an deren Ostgrenze hingewiesen werden.

Die Übersetzung der urkundlichen Erwähnung für "Regio vulgo Ostarichi" bzw. des lateinischen Textes, könnte dann lauten: eine gewöhnliche Gegend im Osten des Reiches (Deutschen Reiches), oder im östlichen Reichsgebiet.


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Teil 2