Von Bayern nach New York

Das "Haus der Bayerischen Geschichte" untersucht Emigrationsbewegungen


Mehr als 23 Prozent aller Amerikaner haben bayerische Vorfahren, die in die Neue Welt emigrierten.

80 Prozent aller Emigranten aus Bayern wählten die Vereinigten Staaten als neuen Lebensort.

 

Jetzt nimmt sich das "Haus der Bayerischen Geschichte" dieses Themas an, projektiert eine Ausstellung für 2003: "Auswanderung aus Bayern nach Nordamerika". Präsentiert werden soll sie in einem Zeitraum von zwei Jahren an vier bis sechs Orten in Bayern und der Pfalz, außerdem an einem der einstigen Auswanderungshäfen Bremen, Bremerhaven oder Hamburg. Denkbar wären auch Ausstellungsorte in den USA - New York und Chicago als Einwanderer-Zentren und spezielle Hochburgen der bayerisch-deutschen Immigration wie Cincinnati oder Pennsylvania.

In drei Leitlinien soll das Phänomen der Auswanderung und deren Auswirkungen in der Ausstellung erschlossen werden. Im Vergleich sozialer, wirtschaftlicher und politischer Verhältnisse der alten Heimat Bayern und des Emigrationsziels Amerika werden die Motive der Auswanderung ergründet. Voraussetzungen und Verlauf der Auswanderung, auch deren bürokratischen Modalitäten bilden den zweiten Schwerpunkt. Der dritte Strang reflektiert die Etablierung der Emigranten im neuen Lebensraum, ihre gewandelten Eindrücke von diesem und ihre Erinnerungen an die alte Heimat.

Zur Vorbereitung der Ausstellung begann in Fürstenfeldbruck ein wissenschaftliches Colloquium. In sechs Sektionen beleuchteten mehr als zwanzig Referenten unterschiedliche Aspekte und Motive für Auswanderungen. Kritik an der Politik in der Heimat, Lebensgemeinschaften, Armut, die Verfolgung von Randgruppen und Minderheiten sind nur einige Ursachen für Emigrationen. Der Untersuchen von Quellen und Erfahrungsberichten schließen sich vor allem auch aufschlussreiche Beiträge zur Rezeption an in speziellen Bereichen wie Auswandererdateien und Briefsammlungen, bayerischen Volksliedern über Auswanderungen bis hin zu den bayerischen Goldgräbern in Amerika.

Zu der Ausstellung soll eine umfangreiche zweisprachige Broschüre erscheinen. Die Kuratoren der Ausstellung suchen noch nach relevanten Exponaten privater Leihgeber.

Kontaktadresse:

margot.hamm@hdbg.bayern.de


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