Rekonstruktion
der
Heunischenburg bei Kronach
Die Reste der Befestigung waren seit langer Zeit bekannt und fanden schon in Dokumenten des 16. Jahrhunderts Erwähnung. Man hielt sie - woher auch der Name rührte - für eine Wehranlage von Hünen oder Hunnen. 1954 kam der Forscher Dieter Heinz der Sache näher, indem er die Heunischenburg den Kelten zuschrieb. 1983 schließlich begann unter Leitung von Prof. Björn-Uwe Abels vom Landesamt für Denkmalpflege eine Ausgrabung, die endgültig Klarheit bringen sollte.
Was entdeckt wurde, überraschte, denn mit einer bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurückreichenden Anlage hatte niemand gerechnet. Insgesamt konnten drei Bauperioden nachgewiesen werden. Eine erste Besiedlung des Berges erfolgte im elften, zwei weitere im zehnten bzw. neunten Jahrhundert vor Christus.
Die letzten beiden Anlagen an dieser Stelle waren militärischer Art, mit Wohn- und Lagergebäuden im Innern, mit Plankenwand und Erdrampe auf dem steil abfallenden Bergsporn und mit einer 110 Meter langen Mauer aus Sandsteinblöcken an der vorderen Seite zur Hochfläche hin.
Diese Mauer verfügte über eine Brustwehr und eine ebenfalls gemauerte Torgasse, die in ähnlicher Weise an mediterranen Burgen jener Epoche zu finden ist und eine Kenntnis dieser Technik vermuten lässt.
Wahrscheinlich war die Heunischenburg, die in einem für die Menschen der Vorgeschichte siedlungsfeindlichen Gebiet stand, der militärische Vorposten eines mächtigen und wohlhabenden Stammeszentrums, wie es etwa auf dem 50 Kilometer entfernten "Großen Gleichberg" in Thüringen existiert hat. Sie diente dem Schutz einer Pass-Straße, die zu wertvollen Zinnlagerstätten im Fichtelgebirge führte.
Im Lauf der Jahre kam die Idee auf, die Rekonstruktion der Steinmauer zu vergrößern, um dem ursprünglichen Aussehen noch näher zu kommen. Prof. Abels, der sich um die Finanzierung der Restauration bemühte, brachte dafür schließlich 65.000 DM zusammen. Die größten Summen kamen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Oberfrankenstiftung. Aber auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege sowie der Landkreis und die Stadt KRONACH; die das Areal inzwischen erworben hat, haben sich an der vor kurzem erfolgten Rekonstruktion beteiligt.
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