Pressemitteilung vom 16.05.2002


Vorstandschaft hat alles menschenmögliche getan

 

Mariabuchen. Eine umfassende Berichterstattung durch den Vorstand zur aktuellen Situation stand im Mittelpunkt der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Wallfahrtswerkes Mariabuchen e.V. am Mittwochabend im Gasthaus Waldrast.

Um für die Versammlungsteilnehmer einen gleichen Informationsstand zu erreichen, erläuterten Remi Rausch (1. Vorsitzender) zusammen mit Otto Mergler (2. Vorsitzender) zunächst, welche Personen und Personengruppen in Mariabuchen seit vielen Jahren tätig und dem Wallfahrtsort eng verbunden sind:

Bayerische Kapuzinerprovinz, Mariabuchen-Pflegestiftung, Anwohner und Geschäftsleute, eine große Menge an ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern, Arbeitnehmer des ansässigen Gewerbes und das Wallfahrtswerk Mariabuchen e.V.

Nach der Vorstellung der einzelnen Organe des Vereins und ausgehend vom Vereinszweck " . . . Erhalten der Wallfahrt und des Wallfahrtsortes Mariabuchen mit den der Versorgung der Pilger dienenden Einrichtungen . . . Förderung des Wallfahrtsortes als geistliches Zentrum . . . " ging Rausch sodann auf die aktuelle Situation ein. Diese ist seit September 2001 geprägt von der Ankündigung der Bayer. Kapuzinerprovinz, Mariabuchen als Standort für den Orden aufzugeben.

Sehr ausführlich berichtete er über die vereinsinternen Beratungen und die vielen Gespräche und Verhandlungen über Weiterführung der Seelsorge mit der Provinzleitung der Kapuziner, den Patres vor Ort, der Diözese Würzburg, dem zuständigen Pfarrer Johannes Vogt aus Steinfeld und dem Lohrer Dekan Dr. Klaus Peter Kestler. Er verwies auf die zeitnahe und ausführliche Information der über 3.000 Vereinsmitglieder in aller Welt durch einen eigenen Brief noch im Dezember und durch den jährlichen Rundbrief, der Ende März allen Mitgliedern zuging.

Seit Ostern sei nun eine spontan von Maria und Kurt Weis gegründete "Aktionsgemeinschaft zur Erhaltung des Kapuzinerkonvents von Mariabuchen" tätig und sammle Unterschriften für den Verbleib der Kapuzinerpatres am Wallfahrtsort. Die erfreulich starke Resonanz bei den vielen Besuchern Mariabuchens und weit darüber hinaus zeige, wie wichtig es ist, das die vielen Freunde des Wallfahrtsortes und der Kapuziner hier ihre Trauer, Sorge, Wut und ihren Dank den Kapuzinern gegenüber ausdrücken können. Um so bedauerlicher seien aber die begleitend aufgetretenen Unterstellungen und Vorhaltungen dem Wallfahrtswerk gegenüber, es unterstütze die Aktion nicht und sei deshalb gegen die Kapuziner eingestellt. Zum Beweis der außerordentlich intensiven und guten gemeinsamen Arbeit für Mariabuchen las Rausch ein Schreiben des Provinzials der bayer. Kapuziner, Pater Josef Mittermeier, an die "Aktionsgemeinschaft" vor, das er in Abschrift erhalten hatte und das er mit Genehmigung des Absenders verwenden darf. Pater Josef hält es für unverständlich und verwunderlich, das gerade das Wallfahrtswerk in Verdächtigungen und Vorhaltungen hineingezogen werde. Dieser Vorgang schmerze. Wörtlich: "Das Wallfahrtswerk, dem sich die drei Mitbrüder Kapuziner in Mariabuchen und ihr Provinzial in München verbunden fühlen, hat diese Behandlung wirklich nicht verdient."

Für die Diözese Würzburg gab der eigens angereiste Pressesprecher des Bischöflichen Ordinariats Bernhard Schweßinger eine Stellungnahme ab. Er verwies auf die bisher geführten sehr konstruktiven Verhandlungen mit dem Vorstand des Wallfahrtswerkes und den für die Seelsorge Verantwortlichen und auf die umfangreichen Bemühungen der Diözese Würzburg, eine geeignete Nachfolge für die Besetzung des Wallfahrtsortes zu finden. Er bat auch um Verständnis dafür, daß die Diözese die Entscheidungen der rechtlich selbständigen Ordensgemeinschaft respektieren müsse. Im Augenblick stehe die Diözesanleitung für Mariabuchen in enger Verhandlung mit einer polnischen Gemeinschaft der "Schwarzen Franziskaner".

Remi Rausch bat die Versammlung eindringlich, auch für den Fall, das die "Aktionsgemeinschaft" keine Verlängerung des Engagements der Kapuziner erreicht, um Unterstützung und vor allem praktische Mitsorge in Mariabuchen. Das Wallfahrtswerk sei von der Diözese bereits ausdrücklich aufgefordert worden, zusammen mit dem Ortspfarrer von Steinfeld zu überlegen, welche Dienste zu regeln und zu organisieren seien, damit auch für eine gegebenenfalls eintretende Übergangszeit die Wallfahrt weiter gewährleistet werden könne.

In der anschließenden Diskussion meldete sich der Sprecher der "Aktionsgemeinschaft", Heribert Endres zu Wort und betonte zunächst energisch, das an der Zielsetzung des Wallfahrtswerkes und der "Aktionsgemeinschaft" keinerlei Unterschied bestehe. Beiden gehe es um den Erhalt der Wallfahrt. Einen Großteil der Unterschriften werde am Abend des Pfingstmontages an Pater Joser übergeben werden mit der eindringlichen Bitte, die Kapuziner wenigstens bis zur sicheren Übernahme der Seelsorge durch eine andere Ordensgemeinschaft in Mariabuchen zu belassen.

An der Frage von Dekan Dr. Klaus Peter Kestler nach dem Sinn und Zweck der Unterschriftenaktion, da doch durch auch noch so viele Unterschriften kein einziger Kapuziner erzeugt werden könne, entspann sich eine lebhafte Diskussion mit den Befürwortern der Unterschriftslisten. Diethard Iser faßte das Anliegen der Mitglieder zusammen in der Forderung nach einer "ordentlichen Übergabe" der Seelsorger an geeignete Nachfolger für die Kapuziner und in der Ablehnung von unerquicklichen Übergangslösungen, die einen Abbruch der Wallfahrtsseelsorge befürchten lassen.

Franz Greser gab seinen Eindruck als langjähriges Vereinsmitglied so dar und fand damit breite Zustimmung:

Zunächst habe er gemeint, der Vorstand habe zwar viel getan, die anstehenden Probleme jedoch etwas träge angepackt. Dies stimme aber nicht. Der Vorstand habe nach seiner jetzigen Überzeugung bisher sogar alles menschenmögliche getan, um eine vernünftige Lösung für die Zukunft zu erreichen. Wenn die Kapuziner Mariabuchen tatsächlich verlassen müssen, so werde man das wohl nicht verhindern können. Sie sollte aber auch durch die geleisteten Unterschriften wissen, das "wir die Kapuziner sehr gern haben". Greser rief dazu auf, die Bemühungen des Wallfahrtswerkes zu unterstützen, da dessen Einsatz sehr wichtig sei.

 

Wallfahrtswerk Mariabuchen e.V.

Otto Mergler, 2. Vorsitzender, Sendelbacher Straße 67, 97816 Lohr am Main

Tel. 09352 / 22 00


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