Am 11. Februar 1927 beschloss der Kreistag von Oberfranken unter Vorsitz des Geheimen Rats Adolf Wächter, einen "großen Teil seines Vermögens in eine öffentliche Stiftung einzubringen".
Ziel dieser Einrichtung ist bis heute die "Förderung ausschließlich gemeinnütziger Zwecke auf dem Gebiet der Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der Bevölkerung", wie es in der Stiftungsurkunde heißt.
Nach wie vor spielt der soziale Gedanke eine überragende Bedeutung und bildet ein wichtiges Element der Fördermaßnahmen. "Besonderer Schwerpunkt", so Günther Stiefler, stellvertretender Geschäftsführer der Oberfrankenstiftung, mit Sitz in Bayreuth, "sind Zuwendungen für die Schaffung von Altenpflegeplätzen." Wesentlich ist aber auch die Unterstützung jugendbezogener Einrichtungen wie Jugendheime und Jugendwohnheime.
Daneben sind es seit rund dreißig Jahren auch kulturelle Aufgaben und der Erhalt und die Rettung historisch bedeutsamer Bauwerke im Bezirk, denen sich die Oberfrankenstiftung widmet. Zu den aktuellen Projekten zählen die Sanierung der Festung Rosenberg in Kronach, der Kaiserpfalz in Forchheim sowie die Wiederaufnahme der Renovierung von Schloss Thurnau.
"Der Bamberger Dom machte den Anfang", erinnert Ernst Bauersachs, Geschäftsführer der Oberfrankenstiftung, an die erste finanzielle Zuwendung für bauliche Erhaltungsmaßnahmen zu Beginn der siebziger Jahre. Zu weiteren Projekten gehörten seitdem die obere Pfarre in Bamberg, die Burgen Gößweinstein und Pottenstein, der Langheimer Amtshof in Kulmbach, das Wasserschloß Mitwitz, das Haus Marteau in Lichtenberg, das zu einer musikpädagogischen Begegnungsstätte durch den Bezirk Oberfranken ausgebaut wurde, Schloss Schney und der Konventbau Klosterlangheim. Einen entscheidenden Beitrag leistete die Oberfrankenstiftung zudem für die Restaurierung des ehemaligen Klosters Banz bei Bad Staffelstein, politische Bildungsstätte der Hanns-Seidel-Stiftung. Für dieses Projekt hat sie mit 10 Millionen DM ihren bisher größten Beitrag geleistet.
Daneben hält sie jedoch ebenso immer wieder Mittel für Neubauten bereit. Unterstützt wurden beispielsweise die Errichtung des Theaters in Hof, der Bau der Oberfrankenhalle in Bayreuth, der Konzert- und Kongresshalle in Bamberg sowie die Wiederherstellung des E.T.A.-Hoffmann-Theaters, ebenfalls in Bamberg.
Die Oberfrankenstiftung hat über die staatliche Förderung hinaus viel zur kulturellen Weiterentwicklung und Vielfalt des Regierungsbezirks beigetragen. Dazu gehören auch die Förderung einer Reihe von wissenschaftlichen Sammlungen und Museen. Im einzelne wurden beispielsweise Mittel für die Sammlung auf der Plassenburg in Kulmbach bereit gestellt, unterstützt wurden das Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz, das Korbmuseum Michelau, das Deutsche Dampflokomotiv-Museum in Nebenmarkt, das Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel, das Naturkundemuseum in Coburg, das nordfränkische Museum in Hof, das Porzellanmuseum in Hohenberg an der Eger, das Industriemuseum in Selb-Plößberg oder auch das Trachtenpuppenmuseum in Neustadt bei Coburg und viele andere mehr.
Insgesamt 30 Millionen DM stehen derzeit jährlich für Stiftungszwecke zur Verfügung, dies entspreche, so Bauersachs, einer erheblichen Steigerung im Laufe der letzten zehn Jahre. Das Leistungsvermögen der Stiftung ist damit beträchtlich. Noch vor zwanzig Jahren zählte die Oberfrankenstiftung zu den zehn größten Kapitalstiftungen in Deutschland.
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