E.T.A. Hofmann

bekommt in Bamberg ein zeitgemäßes Museum


1808 war Hoffmann, der amtsmüde Gerichtsassessor, von Berlin nach Bamberg übergesiedelt - in der festen Überzeugung, von nun an die Fesseln der Juristerei mit den Wonnen einer Stelle als Musikdirektor an der örtlichen "Königlich privilegierten Schaubühne" tauschen zu können.

1920 eröffnete Verlagsbuchhändler Wilhelm Ament das E.T.A. Hoffmann-Museum. Offiziell eröffnet wurde es jedoch erst 1930, die Einrichtung war lange Zeit historisierend - und zwar mehr schlecht als recht: Weil der klamme Hoffmann unglücklicherweise nur eine Tischdecke in seiner Mietswohnung zurück gelassen hatte, phantasierte man sich in Bamberg später eine biedermeierliche Dichterwohnung zusammen.

In den siebziger Jahren, erzählt Reinhard Heinritz von der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, durften sich die Bamberger sogar über eine Hoffmann-Puppe freuen, samt obligatem Zylinder.

Derlei Verniedlichungen gehören zum Glück der Vergangenheit an. Das Bamberger Hoffmannhaus, am Schillerplatz 26, wurde jetzt für 50.000 Euro rundum erneuert und versucht künftig nicht mehr, dem Dichter ein Mobiliar unterzujubeln, das dieser schon deshalb nicht besitzen konnte - weil er es sich gar nicht hätte leisten können.

Das Museum will nun Hoffmanns Bamberger Zeit aus der Verfremdung heraus lebendig werden lassen. Es ist geöffnet Di-Fr 16-18 Uhr, Sa und So 10-12 Uhr. Telefon: 0951/871161

 


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