Auf den Spuren des Kupferstechers
C. H. Müller aus Selbitz/Nähe Hof
wer hat dazu noch Hinweise?
Inzwischen erhielt ich seinen Taufeintrag aus dem Regensburger
Kirchenbucharchiv und habe ebenfalls einen Lebenslauf in Herrnhut
eingesehen. Er ist noch nicht ganz sauber transkribiert (und kann deshalb so
noch nicht benutzt werden!), aber sie ersehen darin Interessantes gleich in
der 2. Zeile:
Universitätsarchiv Herrnhut SHAHt 161. Nr. 124, S. 344:
Christoph Heinrich Müller
e. verehl. Br. Diac. d. Brr. K. ging i.s. Ruhe ein d. 9.Mart. 51 in London
Er was d. 15. Oct. 1705 zu Selbitz im Vogtl. geb. u. spürte von Jugend auf
Rührung u. Gn. an sn. Herzen. Er erlernte d. Kupferstecher Kunst u. ging an.
35 mit dem G. v. Reck nach Georgien. Da wurde er mit den Brr. bekant u.
reiste mit Br. Andr. Dobern an. 37 nach London. Hierauf hörte er den
Ordinar. zum ersten mal predigen u. reiste an. 38 über Heerendyk nach
Marienborn zur Gem, worauf er im Jul. in dieselbe aufgen. u. im Dec. e.
Mittgenoß der heil. Leichn. u. Bl. im Saoram. [Saron?] wurde. Im Jahr 40 d.
15. Nov. wurde er mit d. Schw. Dor. Louise Polsterin, sr. nunmehrigen Witwe,
verheir. wurde [irrtümlich wiederholt]; d. folgenden Jahre theils Elsas,
theils i. d. Wetterau bey d. Seelen Arb. gebraucht. Im Jahr 45. ging er mit
sr. Frau nach England. 46 der nach Milende transportirten Kr. Anstalt vor.
An. 47 kehrten sie beyde nach Deutschland zurück, u. lebten einige Zeit in
d. Gem. zu Hhaag u. Hhuth. An. 48 wurden sie beyde zur Diaconie ordinirt u.
kamen bald darauf mit einer theils nach Pensilph. theils für Engel.
destinirten Gesellsch. von led. Schw. nach London zurück. Er übernahm nebst
sr. Frau allm. d. Aufsicht über d. Kr. Anstalt in Milende u. bewies dabey
viele treue. Nach der Ankunft des Ordinarii u. d. Pilger Gem. zu London,
wurden sie an. 49 in der Haushaltung zu Momsburry gebraucht, wobey er bis an
s. Ende verblieben. Im Nov. vorigen Jahres bekleideten sie das Jünger Amt in
der Gem. zu London. Seine lezte Arbeit in sr. Kunst, worin er sehr geschickt
war, war das Kupferbild vom Ordinario der Brr. Kirche. S. Krankh. war e.
heftiges febris maligna, wobey er sich gleich anfangs sn. Heimgang
vermuthete. Ehe ihn d. Krankh. den Gebrauch sr. Sinne beraubte, so hatte er
noch e. hzl. Unterredung mit Br. Böhlern. Er war als e. kindl. liebendes
Herz bekant u. durchgängig geliebt.
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