23. Erlanger Poetenfest

29. bis 31. August 2003


 

Im Kalender der deutschsprachigen Literaturszene hat das Erlanger Poetenfest längst einen festen Platz. Es ist Spiegel der Literaturszene, Forum für neue Tendenzen des aktuellen literarischen Diskurses, Podium für Neu- und Wiederentdeckungen und macht Trends deutlich.

 

Zum 23. Erlanger Poetenfest werden in diesem Jahr über 40 Autoren, Publizisten, Journalisten und Literaturkritiker aus Deutschland und Europa zu Lesungen, Gesprächen und Podiumsdiskussionen in Erlangen erwartet. Das vielleicht schönste Literaturfest Deutschlands, mit einer Fülle von Veranstaltungen rund um die aktuelle Literatur, hat sich zu einem Publikumsmagneten für Literaturliebhaber und Experten entwickelt. Der Schlossgarten im Zentrum der Stadt, Markgrafentheater und Redoutensaal sind auch in diesem Jahr die Hauptveranstaltungsorte dieses spätsommerlichen Literaturereignisses.

 

Erstmals unter neuer Leitung und unter den bekannten finanziell angespannten Rahmenbedingungen setzt das Erlanger Poetenfest auf Kontinuität und hält im Kern an der überaus erfolgreichen Konzeption fest. Mittelpunkt der Veranstaltung sind die zwei langen Lesenachmittage unter dem Motto „Literatur aktuell“ mit anschließenden Autorengesprächen im Schlossgarten. Die Abende bleiben den großen Autorenporträts – in diesem Jahr Alexander Kluge und Walter Kempowski – und dem Porträt International mit der russischen Erzählerin Ljudmila Ulitzkaja vorbehalten.

 

Die traditionelle Sonntagsmatinee blickt in diesem Jahr erstmals über die deutschen Grenzen hinaus und beschäftigt sich mit der Utopie Europa und der Öffnung in Richtung Osteuropa. Den internationalen Sonntag mit Schwerpunkt Osteuropa bzw. Russland ergänzt ein aktuelles Podium zur russischen Literatur in Deutschland. Das dritte große Gesprächspodium versammelt Vertreter unterschiedlichster Disziplinen zu einer Diskussion zum Thema Bildung.

 

Trotz der Einsparvorgaben ist es gelungen, zwei neue Programmschwerpunkte zu setzen, die ein jüngeres Publikum für das Poetenfest gewinnen sollen: Erstmalig gibt es an den Nachmittagen im Schlossgarten ein „Junges Podium“ und eine Nachtschiene nach den Autorenporträts, deren Höhepunkt „Die Lange Nacht“ von Samstag auf Sonntag bildet. Der Donnerstag, in den letzten Jahren immer der erste Tag des Poetenfests, musste jedoch den Einsparvorgaben des Städtischen Haushalts zum Opfer fallen. Das Poetenfest beginnt 2003 erst am Freitagabend. Dafür gibt es im Rahmenprogramm Kooperationen mit regionalen Künstlern und Initiativen sowie ein hochkarätiges Ausstellungsprogramm in der Städtischen Galerie Erlangen, im media.art.zentrum und in der Orangerie.

 

Wie in den vergangen Jahren wird das Erlanger Poetenfest wieder von einer Reihe namhafter Moderatoren begleitet. Auch hier wurde eine Mischung aus Kontinuität und behutsamer Erneuerung gewählt: Neben den bekannten Identifikationsfiguren Verena Auffermann, Hajo Steinert, Wilfried F. Schoeller und Michael Braun konnten Maike Albath (37) und Florian Felix Weyh (40) als neue Moderatoren gewonnen werden (beide aus Berlin und für verschiedene Zeitungen und Rundfunkstationen als freie Literaturkritiker und Moderatoren tätig).

 

Quelle:

http://www.poetenfest-erlangen.de


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