Puppenkopf aus dem Mittelalter

Archäologe entdeckt Kopf eines "Kruseler Püppchens"


Den Kopf eines "Kruseler Püppchens", der Barbie des Mittelalters, hat Hobbyarchäologe Norbert Hübsch auf einem Acker zwischen der Bundesstraße 470 und Eschenbach gefunden. Zumindest für die Wissenschaft eine Entdeckung von großem Wert.

Schmutzig-weiß lag er vor ihm auf dem Boden, und Norbert Hübsch wusste sofort, was er da vor sich hatte. Mit geübtem Auge erkannte Hübsch, dass es sich bei dem Tonstück um den Kopf einer jener Püppchen handelt, die in großer Zahl im 14. und 15. Jahrhundert vor allem in Nürnberger Werkstätten hergestellt wurden. "Die Püppchen tragen die typisch städtische Frauentracht dieser Zeit. Mit der auffällig großen Kopfhaube", erklärt Hübsch.

Auf demselben Acker hat er auch noch Steinklingen aus Jurahornstein, Keramikscherben und ein Klingenfragment gefunden. Sie könnten auf eine kurze Besiedlung in der Jungsteinzeit vor etwa 5000 Jahren hindeuten. Das Klingenfragment ist etwa einen Zentimeter lang und besteht aus Lydit, einem Gestein, welches im Frankenwald vorkommt.

Herr Norbert Hübsch ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Archäologischen Außenstelle für Oberfranken des Landesamtes für Denkmalschutz und Museumsleiter im Archäologischen Museum Bayreuth.


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