Das Bayerische Armeemuseum

in Ingolstadt

begeht sein 125jähriges Bestehen mit einem Festakt


Das größte und bedeutendste militärgeschichtliche Museum Deutschlands,

das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt,

wird 125 Jahre alt. Neben der Präsentation von teilweise großartigen Ausstellungsstücken prägen die Bauten, in denen die einzelnen Abteilungen untergebracht sind, das Bild der Stadt maßgeblich mit.

 

Stramm in Reih' und Glied stehen die Harnische, edle Schwerter kreuzen die Klingen, längst verstummt erinnern mächtige Geschützrohre an verblasste Glorie. Schmucke Uniformen künden von Stolz vieler Generationen, wie Kinderspielzeug muten die prächtigen Dioramen mit ihren Zinnfiguren an, doch stellen sie realistische Schlachtenverläufe dar. Eindrucksvolle Beutestücke zieren die Räume, wie zum Beispiel das Wohnzelt eines türkischen Großwesirs, dem Feind abgetrotzt in der Schlacht bei Mohács im südlichen Ungarn am 12. August 1687, oder der türkische Prunksattel, wie ihn verdiente Heerführer als Geschenk erhielten.

In Bayern begannen einflussreiche Offiziere in den 1860er Jahren mit dem systematischen Sammeln historischer Waffen, die man in der Haupthalle des Zeughauses am Münchner Oberwiesenfeld aufstellte. Doch die Exponate wurden wie die Sammlung von Privatleuten behandelt: Man zeigte sie Freunden und Standesgenossen oder bestenfalls "vornehmen Fremden".

Die Wende brachte der Krieg von 1870/71: Aus Nationalstolz wollte das Militär seine Beute der Öffentlichkeit präsentieren. Der Inspekteur der Artillerie und des Trains, General Graf von Bothmer, schlug dem damaligen Kriegsminister, General Josph Ritter von Maillinger, die Gründung eines Armeemuseums vor. Der Minister unterbreitete dies König Ludwig II., der das entsprechende Papier am 3. Oktober 1879 unterschrieb - die Geburtsurkunde des ehemaligen

 

Königlich Bayerischen Armeemuseums in München.

 

Zunächst blieben die Bestände des neuen Museums im Zeughaus. Doch 1905 wurde im Münchner Hofgarten jenen monumentale Bau errichtet, der heute das Zentrum der Bayerischen Staatskanzlei markiert. Auch für die Forschung wurden damit ideale Voraussetzungen geschaffen, da nicht nur die Exponate eine neue Heimstatt fanden, sondern auch das Kriegsarchiv und die Armeebibliothek.

Befürworter historischer Aufarbeitung und Darstellung setzten sich durch, und so wurde das Museum 1972 in Ingolstädter Neuen Schloss unter der Leitung von Peter Jaeckel erneut eröffnet. Seitdem hat sich das Armeemuseum noch beträchtlich erweitert und damit in Ingolstadt einen wesentlichen städtebaulichen Beitrag geleistet.

Kunstminister Thomas Goppel betont vor allem die Bedeutung des Museums als "Lernort ersten Ranges". Und der Militaria-Sammler komme in diesem Haus ebenso auf seine Kosten wie der Pazifist, so der Minister über die "ausgewogene Darstellung aller Aspekte des Krieges".


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