Schlüsselübergabe im Deutschen Historischen Museum in Berlin
Nach fünfjähriger Umbauzeit wurde die Sanierung des Zeughauses, Sitz des Deutschen Historischen Museums in Berlin, nun erfolgreich abgeschlossen. Die Schlüsselübergabe fand am 9. Januar statt.
Nachdem von 1994 bis 1998 bereits die Fassade des Berliner Zeughauses saniert wurde, konnte nun in fünfjähriger Umbauzeit das Innere des barocken Prachtbaus neuesten Museumsanforderungen angepasst werden. Rund 25 Millionen Euro waren erforderlich, um den Umbau zu realisieren.
Es entstand ein modernes Museumsgebäude, das mit 7.500 qm über doppelt so viel Ausstellungsfläche verfügt wie bisher. In ihm wird bis zum Ende des Jahres die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums (DHM) eingerichtet: Im Rahmen eines klar gegliederten Rundgangs durch beide Etagen des Zeughauses sollen anhand von rund 6.000 Bildern und Zeugnissen zwei Jahrtausende deutscher Geschichte anschaulich gemacht werden. Weitere Informationsmöglichkeiten bieten Vertiefungs- und Themenräume sowie PC-Stationen und Multimedia-Applikationen. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Bibliothek, das Kino und einige Serviceeinrichtungen.
Das architektonische "Kleinod" des Zeughauses, der Innenhof mit den von Andreas Schlüter gestalteten Masken, erhielt im Zuge der Sanierung wieder eine gläserne Überdachung. Aus dem sogenannten Schlüterhof führt ein Zugang zum neuen Wechselausstellungsgebäude von Ioeh Ming Pei, das bereits im letzten Jahr eröffnet wurde.
Das Deutsche Historische Museum, 1987 durch den Bund und das Land Berlin gegründet, ist seit 1991 Nutzer des Zeughauses. Der Bau, eines der wichtigsten Zeugnisse barocker Architektur in Berlin, hatte schon im 19. Jahrhundert als Museum gedient. Kaiser Wilhelm I. ließ den repräsentativen Bau in eine "Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee" umwandeln, nach dem ersten Weltkrieg wurde das Zeughaus den "Preußischen Kunstsammlungen" angegliedert. Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, wurde das Gebäude von 1948 bis 1965 wiederaufgebaut, wobei das Innere eine völlig neue Konstruktion und Gebäudestruktur erhielt. Bis 1990 hatte das vom Zentralkomitee der SED gegründete "Museum für deutsche Geschichte" seinen Sitz im Zeughaus.