Von Kairo bis Hildesheim


Wer sich auf die Spuren der Pharaonen begeben möchte, kommt um das Ägyptische Museum in Kairo kaum herum. Doch auch in Europa und hier nicht zuletzt im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Museen mit exzellenten Sammlungen.


Ägyptisches Museum Kairo

Das Museum wurde bereits 1835 gegründet. Mit rund 120 000 Exponaten von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Zeit der römischen Besatzung ist es das größte und wichtigste Museum zur ägyptischen Geschichte.

Auch wer Ramses II. von Angesicht zu Angesicht sehen möchte, muß nach Kairo gehen, wo die Mumie des berühmten Pharaos ausgestellt ist.

 

The British Museum London

Das Britische Museum besitzt die größte und umfassendste Sammlung zur Geschichte des alten Ägypten außerhalb Kairos. Zu sehen gibt es unter anderem monumentale Skulpturen und eine herausragende Sammlung von Mumien und Sarkophagen.

 

Musée du Luvre Paris

Rund 5 000 Objekte von höchster Qualität zeigt die Ägyptologische Abteilung des Louvre, die von dem großen Ägyptologen Jean Francois Champollion begründet wurde. Ein eigener Abschnitt der Sammlung ist dem Neuen Reich gewidmet. Unter den Exponaten eine Bronzeskulptur Sethos'I., des Vaters Ramses'II.

 

Museo Egizio Turin

Das älteste ägyptologische Museum Europas, gegründet 1824. Neben Objekten aus dem Alltagsleben liegt ein Schwerpunkt auf der Darstellung des Begräbniskultes. Zu sehen gibt es dort auch die Ramses-Statue aus schwarzem Granit, sowie das vollständig erhaltene Grab des Baumeisters Kha und seiner Frau Merit.

 

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Berlin

Weltweite Bekanntheit erreicht das Museum in Charlottenburg vor allem durch die Büste der Königin Nofretete. Doch auch darüber hinaus hat das Museum einiges zu bieten:

etwa die große Säulenhalle aus dem Pyramidentempel des Königs Sahure (2400 v.Chr.) oder den "Berliner Grünen Kopf" (500 v.Chr.), eine der bedeutendsten Skulpturen der ägyptischen Spätzeit.

 

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

Das Museum ist das einzige, das sich auf die altägyptische Kunst konzentriert. Im Mittelpunkt stehen Rundplastiken. Zu sehen sind auch Kunstwerke aus Nubien. Drei Zweigmuseen ergänzen das Angebot des Münchner Haupthauses:

In Seefeld werden in diesem Jahr die Ausstellungen "Im Schatten der Pyramiden" und "Tor zum Jenseits - Grab und Totenkult im alten Ägypten" gezeigt, in Weiden/Oberpfalz ist ägyptische Keramik aus 5 000 Jahren ausgestellt, und in Ichenhausen erwarten den Besucher "Hieroglyphen - Heilige Zeichen".

Dabei geht es vom 11. Juli bis zum 30. September um Schrift und Sprache im alten Ägypten.

 

 

Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Der Rundgang durch die Geschichte des alten Ägypten führt von den Anfängen der Hochkultur um 5000 v. Chr. bis in die Herrschaftszeit der Araber im 7. Jahrhundert n.Chr.

Das Museum geht zurück auf die Sammlung des Hildesheimer Kaufmanns Wilhelm Pelizaeus, der als Unternehmer und Bankier in Ägypten tätig war.

Zu den herausragenden Exponaten des Museums gehören die Horbeit-Stelen, Votivtafeln aus der Zeit Ramses'II.

Noch bis zum 24. Oktober ist zudem die Ausstellung "Meisterwerke ägyptischer Kunst - Schätze aus dem Myers Museum am Eton College" zu sehen.

 

Ägyptisches Museum der Universität Leipzig

Die Bestände des Museums stammen zu einem beträchtlichen Teil aus Grabungen des Ägyptologischen Instituts - von Grabbeigaben aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. über die Figur eines Kochs aus dem Alten Reich bis zum großen Zedernholzsarkophag des Hedeb-bastet-iru, der 1842 den Grundstock der Sammlung bildete und bis heute zu deren Glanzstücken gehört.

 

Sammlung des Ägyptologischen Instituts

der Universität Tübingen

Die Ausstellung mit rund 2000 Objekten zeigt Gegenstände des Alltagslebens und des Jenseitsglauben:

Keramik- und Steingefäße, Votivgaben, Papyri, Amulette, Reliefs und Plastiken. Besonders bemerkenswert ist die Opferkammer Seschemnofer III. aus einem Grab vom Friedhof westlich der Cheops-Pyramide. Die farbigen Reliefs zeigen den Wesir, wie er Opfergaben entgegennimmt, bei einem Fest und mit seiner Gattin beim Totenmahl.

 

 Papyrussammlung und Papyrusmuseum der

Österreichischen Nationalbibliothek

Mit 180 000 Objekten ist die Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien die größte der Welt.

Schriftträger der den Zeitraum vom 15. Jahrhundert v. Chr. bis 16. Jahrhundert n.Chr. umfassenden Sammlung ist aber bei weitem nicht nur Papyrus:

So finden sich Dokumente aus Pergament, Papier, Ostrkon, Leder, Holz, Wachs, Stein, Knochen und Textilien.

 

Kunsthistorisches Museum Wien

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung des Museums gehört im Hinblick auf ihre umfangreichen Bestände an Denkmälern des Alten Reichs (darunter etwa eine Korn mahlende Dienerin aus dem Pyramidenbezirk von Gise) zu den größten auf ihrem Gebiet. Aber auch zur Geschichte des Neuen Reichs gibt es sehenswerte Exponate, so eine mit feinem Stuck geglättete, hölzerne Schreibtafel aus der Zeit der 19. Dynastie. Sie wurde beidseitig für Schreibübungen verwendet, zudem finden sich darauf Zeichnungen von Pavianen.

 

Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

Aus Schweizer Privatbesitz stammt das Gros der neu aufgebauten Ägyptischen Sammlung des Basler Antikenmuseums, das sich darüber hinaus den alten Griechen, Etruskern und Römern widmet.

Zu den eigenen Exponaten zur ägyptischen Geschichte kommen 16 bedeutende Skulpturen als Dauerleihgabe aus dem Britischen Museum in London. Wenn Basel in diesem Sommer das Ziel zahlreicher Liebhaber des alten Ägypten wird, liegt dies aber natürlich vor allem an der Ausstellung "Tutanchamun - Das goldene Jenseits", die noch bis zum 3. Oktober ihre Tore geöffnet hat. Bei der spektakulären Schau kommen die Schätze aus der Grabkammer des legendären Pharaos erstmals nach 20 Jahren wieder nach Europa. Zu der Ausstellung ist ein reichbebilderter Katalog erschienen. Die einleitenden Aufsätze geben einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.

 

Gustav-Lübcke-Museum Hamm

Der Erwerb eines Mumiensarges mit einer weiblichen Mumie im Jahr 1886 war die Geburtsstunde der heutigen ägyptischen Sammlung des Gustav-Lübcke-Museums. Die Hauptattraktionen des Museums bilden Mumiensärge, Mumienmasken und Mumienbildnisse in Wachsmalereien.

Dazu kommen Kleinkunstwerke zum ägyptischen Totenkult und Alltagsleben aus Holz, Stein, Fayence und Bronze sowie eine Sammlung koptischer Textilien. Die ägyptische Außenpolitik steht im Mittelpunkt der Ausstellung "Pharao siegt immer. Krieg und Frieden im Alten Ägypten", die noch bis zum 31. Oktober zu sehen ist. Vor allem an jüngere Besucher richtet sich die Ausstellung "Mit Tuja und Pepi ins Alte Ägypten. Kindheit am Nil" (bis Februar 2005).

 

 Kestner-Museum Hannover

Innerhalb der meist kleinformatigen Ausstellungsstücke ist eine Denkmälerkategorie besonders gut vertreten: Reliefs und Stelen aus Gräbern und Tempeln vermitteln einen Überblick von den archaischen Anfängen zu Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. bis in die christliche Zeit. Besonders erwähnenswert ist die Mumie einer jungen Frau. An ihr wurden mit Hilfe der modernen Gerätemedizin alle gegenwärtig möglichen Untersuchungen durchgeführt, die durch Bilder und Videoaufnahmen dokumentiert sind.

Vom 24. Juni bis zum 17. Oktober zeigt das Museum zudem die Sonderausstellung "Hatschepsut. Pharaonin von Ägypten".

 


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