Proterobas -

Glashütte dem Vergessen entrissen


Seit geraumer Zeit wird an der unteren Ringstraße des Ochsenkopfes unweit des Fichtelberger Ortsteils Neubau kräfig im Wald gegraben, wo vermutlich im 17. Jahrhundert Proterobas zu schwarzem Glas und in der Folge zu Knöpfen verarbeitet wurde.

An die 20 000 Fundstücke wurden so zu Tage gefördert: Sämtliche Produktionsstufen vom Proterobas über das ausgeschmolzene Rohglas bis hin zu fertigen runden, schwarzen Glasperlen samt Metallöse wurden gefunden. Zu den Schmuckstücken gehören einige handbemalte Perlen. Auch Bruchstücke von Creußener Steinzeug sowie Teile von bemaltem Hohlglas, vermutlich von Trinkgläsern, wurden gefunden.

Temperaturen von mehr als 1000 Grad wurden damals im Produktionsprozess erzeugt. Davon zeugen beispielsweise Steinbrocken, die auf den ersten Blick wie rötlicher Sandstein aussehen: Granit, der unter dem Eindruck der immensen Temperaturen durchglühte und brüchig wurde. Während der Produktionsphasen arbeiteten und lebten die Menschen an diesem Ort.

Voraussichtlich im Lauf des nächsten Jahres (ab 2005) sollen ausgewählte Fundstücke im Industrie- und Glasmuseum Fichtelberg präsentiert werden. Auch die Grabungsorte selbst sollen touristisch erschlossen, eventuell ein Schmelzofen teilrekonstruiert und mit Erläuterungen zugänglich gemacht werden.


zurück