Der Hofer Schlappentag

erinnert an ein Steuerprivileg


Welch eine Tradition:

Am 7. Juni 2004 haben die Hofer zum 572. mal ihren "Schlappentag" gefeiert. Wie kam es dazu?

Am 25. Januar 1430 wurde die Stadt Hof ohne nennenswerten Widerstand von den Hussiten gestürmt und vollkommen verwüstet. Die Hofer wanden sich in ihrer Not an den Markgrafen von Brandenburg, der ihnen in einem Freiheitsbrief auf zehn Jahre Steuerfreiheit gewährte, allerdings unter der Auflage, dass sich die Bürgerschaft mit Handfeuerwaffen ausrüsten solle, um gegen künftige Angriffe gewappnet zu sein. Die daraufhin um 1432 gegründete Schützengilde rekrutierte sich zumeist aus Handwerkern, die vom Hofer Magistrat dazu verpflichtet wurden, an regelmäßigen Schießübungen und Wettbewerben teilzunehmen.

Um nicht mit Strafe belegt zu werden, eilten viele Schützen noch am letzten Schießtag des Jahres morgens in ihrer Arbietskleidung und den üblichen, Schlappen genannten Holzschuhen zum Schießhäuschen. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich die Zahl der Schützen, welche an diesem Tag ihre Schießübungen absolvieren wollten, so dass sich ein regelrechter Zug von Schlappenschützen formierte.

Der Schlappentag beginnt mit einem musikalischen Weckruf am Morgen. Die Handwerkerzünfte und Schützen versammeln sich am Schießhäuschen und ziehen zum Rathaus. Nach dem Empfang durch Oberbürgermeister und Schützenkommissar formieren sich die Teilnehmer zum Schützenauszug durch die Stadt zum Festplatz, wo es beim "Schlappenbierfest" endlich gemütlich wird.


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