Wallfahrtskirche St. Salvator

wiederentdeckt und ausgegraben


Obwohl die Wallfahrtskirche St. Salvator im Steinbachwald zwischen den Ortschaften Rauenzell und Neuses im Landkreis Ansbach schon vor fast 200 Jahren abgebrochen worden ist, ist das Gotteshaus und die damit verbundene Wallfahrt nie aus dem Bewusstsein der Bevölkerung geschwunden:

Fördermittel der Europäischen Union, ein tatkräftiger Pfarrer und engagierte Bürger Rauenzells, die mehr als eintausend Arbeitsstunden unentgeltlich erbracht haben, haben die Freilegung der archäologischen Reste der ehemaligen Wallfahrtskirche ermöglicht.

Im Juli 2003 hatte der Eichstätter Bischof Walter Mixa unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Steinbachwald auf der Anhöhe zwischen Neuses (Gemeinde Burgoberbach) und Rauenzell (Stadt Herrieden) ein Holzkreuz gesegnet, das an der Stelle der 1808 abgebrochenen Wallfahrtskirche St. Salvator aufgerichtet wurde.

 

Die Geschichte der Wallfahrtskirche reicht bis in Jahr 1353 zurück. Damals ging am Karfreitag Agnes, die Tochter des Ritters Heinrich von Oberbach, der in Neuses lebte, mit ihren Töchtern Adelheit und Elisabeth in die Rauenzeller Kirche zum Gottesdienst. Eine der Töchter nahm die Hostie nach dem Kommunionsempfang heimlich wieder aus dem Mund und steckte sie in ihre Tasche. Auf dem Heimweg fiel die Hostie auf den Boden und niemand, so berichtet die fromme Legende, vermochte sie mehr aufzuheben. Nur der eilends aus Eichstätt herbeigerufene Weihbischof erhob die Hostie. Schon kurze Zeit danach machten wundersame Heilung aus dem Ort eine blühende Wallfahrtsstätte.

St. Salvator im Steinbachwald gehört damit zu den zahlreichen Hostienwallfahrten, die im Spätmittelalter entstanden sind. Schon kurz nach dem Wunder war wohl eine aus Holz errichtete Kapelle an der Stelle, an der die Hostie vom Weihbischof aufgehoben wurde, errichtet worden. 1393 wurde dann die hölzerne Kapelle durch ein Gotteshaus aus Stein ersetzt. Von dieser Kirche berichtet ein Visitationsbericht aus dem Jahr 1601, dass der Hochaltar dem heiligen Kreuz und die Seitenaltäre dem heiligen Jakob, dem heiligen Willibald und der Gottesmutter geweiht waren. In Mitten der Kirche war die Stelle, an der Hostie einst lag, mit einer Steinplatte gekennzeichnet, die einer Grabplatte ähnlich war. Geschmückt war diese Platte mit einem Relief des im Grab liegenden Jesus Christus. Diese Figur ist heute noch in der Rauenzeller Pfarrkirche vorhanden.


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