Good Bye Bayern - Grüß Gott America -

Auswanderung aus Bayern nach Amerika seit 1683

 

Eine Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte

25. Juni bis 26. September 2004 - Alte Schranne in Nördlingen

 


Neun Abteilungen mit rund 400 Exponaten aus Deutschland und den USA veranschaulichen die Geschichte der Auswanderung aus Bayern nach Amerika.

 

Anhand von Originalstücken, Biografien, Inszenierungen, Interviews, Musik- und Sprachbeispielen kann man den Spuren der Auswanderer folgen. Vom Bronzedenkmal zur Erinnerung an Franz Daniel Pastorius aus Sommerhausen bei Würzburg, der 1683 Germantown gründete, bis zur Greencard, die heute zur Einwanderung in die Vereinigten Staaten nötig ist, spannt sich der zeitliche Rahmen, so dass die Besucher über 300 Jahre gemeinsamer Geschichte erleben können.

Das besondere an dieser Ausstellung ist die Vielfalt der Exponate:

 

1) Auswanderer aus der Gegend des fränkischen Neuendettelsau brachten 1845 ihre Kirchenglocke mit nach Frankenmuth in Wisconsin. Sie wurde für die Ausstellung nachgegossen.

 

2) Fidel Schlund aus Immenstadt hatte sich in der Revolution von 1848 engagiert und wurde von den Behörden überwacht. Mit der schwarz-rot-goldenen Fahne um seinen Körper geschlungen bestieg er sein Schiff nach Amerika. Das Original der Fahne kehrte wieder nach Immenstadt zurück, ist aber seit den 1950er Jahren unauffindbar. Eine Replik ist in der Ausstellung zu sehen.

 

3) An die Auswanderer aus der Gegend um das schwäbische Krumbach, die sich auch als Goldgräber versuchten, erinnern zwei kunstfertige Blechschilder aus dem Museum der Stadt.

 

4) Soldaten aus Ansbach-Bayreuth waren 1776 am Unabhängigkeitskrieg der Amerikaner gegen England beteiligt; Markgraf Christian Friedrich Carl Alexander, dessen Porträt in der Ausstellung zu sehen ist, hatte sie gegen gutes Geld dorthin „verkauft“. Ein Drittel der fränkischen Söldner blieb auch nach Ende des Krieges in Amerika.

 

5) Aus dem Museum von Oshkosh kommen die Utensilien, die der Bayer Joseph Arnold als Teilnehmer am amerikanischen Bürgerkriegs bei sich trug. Seine Feldflasche, eine Pfeife, sein Taschentuch und ein Rangabzeichen können in der Ausstellung gezeigt werden.

 

6) An die Zeit des Nationalsozialismus und die Vertreibung und Deportation deutscher Bürgerinnen und Bürger erinnert die Hängematte, die Herbert Kolb auf dem Weg von seiner Heimatstadt Nürnberg über das Ghetto Theresienstadt in die USA begleitete. Auf die erzwungene Emigration in die USA weist der New Yorker Schreibtisch von Oskar Maria Graf hin.

 

7) Den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen berücksichtigen „Just-married“-Fotografien von amerikanischen Soldaten mit ihren deutschen Ehefrauen in der ersten Nachkriegszeit.

 

8) Ein Stück Fußboden aus der wohl bekanntesten Einwandererstation in den Vereinigten Staaten, Ellis Island, verweist auf die ersten Schritte der Einwanderer in der Neuen Welt. Medizinische Geräte von dort zeigen eine der Hürden, die die Einwanderer vor der tatsächlichen Einreise überwinden mussten: sie durften keine körperlichen Gebrechen haben.

 

9) Wer es geschafft hatte, konnte vielleicht seine ersten Tage im heute noch bestehenden „Leo’s House“ in New York verbringen. Geschirr aus „Leo’s House“ erinnert in der Ausstellung daran.

 

10) Einblick in die Vielfalt der Möglichkeiten zu einem Neubeginn in den Vereinigten Staaten gibt z.B. ein Straßenschild aus Neu-Braunfels zu Ehren des bayerischen Landvermessers Zink.

 

11) Radiergummis aus dem Hause Faber New York und eine Blue Jeans der Firma Levi Strauss verweisen auf diejenigen Auswanderer, die zu erfolgreichen Unternehmern wurden.

 

12) Die weltberühmte Figur des „Santa Claus“, eine Schöpfung des bayerischen Auswanderers Thomas Nast, steht stellvertretend für die vielen Künstler, Schriftsteller und Journalisten, die aus Bayern in die Neue Welt gingen.

 

13) Als Fotograf der amerikanischen Armee arbeitete der Klingenberger Auswanderer Christian Barthelmeß von den 1870er Jahren bis zu seinem Tode 1906. Seine Fotografien von Indianern und dem Leben in einem amerikanischen Fort waren noch nie in Europa zu sehen und werden erstmals in der Ausstellung in Nördlingen gezeigt.

 

14) An die vielen Auswanderer, die glücklos waren oder umkamen, erinnert die Bettstatt der Katharina Hörauf aus Neuendettelsau, von der nach ihrem Weggang aus Bayern nie wieder ein Lebenszeichen kam

 


Good Bye Bayern – Grüß Gott America.

Auswanderung aus Bayern nach Amerika 1683-2003

 

Ausstellung in der Alten Schranne in Nördlingen

25. Juni bis 26. September 2004,

täglich 10 bis 18 Uhr

 

Veranstalter: Haus der Bayerischen Geschichte, Halderstr. 21, 86150 Augsburg

Kontakt: auswanderung@hdbg.bayern.de

 


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