Fränkischer Karpfen Radweg


Die Karpfenteichwirtschaft hat in Franken eine mehr als 1000jährige Tradition. Die Anfänge reichen bis auf Karl den Großen zurück. Vor allem durch das Wirken der Klöster erreichte sie bereits im Mittelalter eine große Blüte. Damals war der Karpfen während der Fastenzeit ein wichtiges Nahrungsmittel und zudem auf dem Speisezettel des Adels, der Kirche sowie des wohlhabenden Bürgertums eine willkommene Abwechslung.

 

Karpfen war eine teure Delikatesse:

1 kg Karpfen kostete so viel wie 6 kg Rindfleisch oder 24 Maß Bier.

Daher wurde eine Vielzahl von Teichen angelegt und in vielen Regionen Frankens mit Leidenschaft Karpfenteichwirtschaft betrieben. Zentren der Teichwirtschaft stellten schon damals der Aischgrund sowie Dinkelsbühl dar. Durch frühe züchterische Arbeit wurden eigene Karpfenstämme herangezüchtet. Der Aischgründer Spiegelkarpfen und auch der Dinkelsbühler Karpfen waren schon bald weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt.

 

Diese Begeisterung hat sich bis heute nicht geändert. Einigen tausend bäuerlichen Betrieben dient die klein strukturierte Karpfenteichwirtschaft als zusätzliche Einkommensquelle. Eine Vielzahl von Teichen und Teichketten prägen das Gesicht Frankens. Viele von ihnen sind Jahrhunderte alt und geben der Landschaft Abwechslung, Glanz oder gar Seele.

 

Neben dem Karpfen werden von den Teichwirten auch Schleien, Hechte, Zander und Welse aufgezogen. Die Teiche halten Wasser im regenarmen Franken zurück und bieten auch vielen seltenen Pflanzen und Tieren wertvollen Lebensraum.

 

Die Karpfenteichwirtschaft prägt in Franken nicht nur die Landschaft, sondern auch die Menschen, die Kultur und das Leben auf dem Land.


Info:

Fränkischer Karpfen-Radweg

 


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