Die Kartoffel in Franken


Die Kartoffel, im 16. Jhd. nach Europa gekommen, trat ihren Siegeszug in Deutschland im 18. Jhd. an.

Friedrich der Große setzte sie zur Ernährung seiner Preußen ein.

Die Geschichte der Kartoffel als Volksnahrungsmittel in Deutschland begann jedoch bereits früher -

und zwar im Fichtelgebirge.

 

Im Jahr 1647 brachte Bauer Hans Rogler aus Pilgramsreuth bei Rehau von einem Verwandtenbesuch im böhmischen Roßbach einige dieser Gewächse mit nach Hause. Ein holländischer Soldat hatte sie der Familie überlassen. Die ersten Anbauversuche im Hausgarten gelangen, die Pilgramsreuther begannen deshalb systematische Anpflanzungen auf den Feldern vorzunehmen. Das wiederum war dem Pfarrer nicht recht:

Die Kartoffel stand nicht in den Zehntverzeichnissen, er hatte deshalb keinen Anspruch auf eine steuerliche Abgabe. Das störte die Bauern wenig: Im Jahr 1694 erzielten sie bereits einen Jahresertrag von 1.300 Zentnern. Anschließend breitete sich der Kartoffelanbau in der Markgrafschaft Bayreuth schnell und kräftig aus. Dort lernte Friedrich der Große bei der Markgräfin Wilhelmine, seiner Lieblingsschwester, die Kartoffel wohl so richtig kennen - und erließ 1754 bis 1756 seine berühmten Kartoffeldekrete, wonach "der 15. Teil des Bodens" mit Kartoffeln anzupflanzen sei.

Seither sind die "tolle Knolle" und die "Bauerntrüffel" in aller Munde. Die Pilgramsreuther gedenken ihrer "Kartoffelpioniere" mit einem Denkmal bei ihrer Kirche, einer der "schönsten Dorfkirchen Nordbayerns".

 


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