Das einzige Papstgrab nördlich der Alpen - in Franken


 

Ein bisschen versteckt, im Westchor hinter der Kathedra,

dem Bischofsthron, unzugänglich für Besucher:

Hier ruht Papst Clemens II. im Bamberger Dom.

 

 

Schlicht ist sein Grabmal, verglichen mit der prächtigen Riemenschneider - Tumba des heiligen Kaisers Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde, den Bamberger Bistumsgründern und Patronen, die ebenfalls im Dom bestattet sind und zur Attraktion für Pilger und Touristen geworden sind.

Papst Clemens II. war sein Bistum Bamberg so lieb, dass er sogar als Papst lieber im fränkischen Rom als im italienischen begraben sein wollte. "Kein Gatte hegte für sein Gattin reinere Treue und glühendere Liebe als Wir für Dich", schreibt er noch auf dem Sterbebett an Bamberg. Diese Liebe war jung, denn erst 1040 war Suidger, der sich nach seiner Wahl zum Papst Clemens II. nannte, von Kaiser Heinrich III. als Bischof von Bamberg eingesetzt worden.

Suitger war der Sohn des Grafen Konrad von Morsleben und Hornburg und der Amulrad, Tochter des Grafen von Erp und entstammte somit aus einem sächsischen Adelsgeschlecht. Seine Mutter Amulrad war die Schwester des Erzbischofs Walthard von Magdeburg. Über seine theologische Ausbildung ist nichts bekannt. Suitger wurde vor 1032 Domkanoniker am Halberstädter St. Stephansstift. 1032 wurde er Kaplan des Erzbischofs Hermann von Hamburg-Bremen. Im Jahre 1035 wurde Suitger Hofkaplan im Bistum Hamburg-Bremen. Seine adlige Herkunft und seine exponierte Stellung beim Erzbischof dürften seiner Karriere Auftrieb gegeben haben. Es folgte die Aufnahme in die königliche Kapelle. König Heinrich III. ernannte Suitger 1040 zum Bischof von Bamberg. Am 28. Dezember 1040 wurde er vom Mainzer Metropoliten feierlich ordiniert. Unter den Anwesenden soll sich auch der König befunden haben. Von Bamberg war er schnell beeindruckt, war der Bischofssitz doch erst 30 Jahre zuvor errichtet worden und mit Schätzen und Reliquien reich ausgestattet ebenso wie mit einem hochkarätig besetzten Domkapitel. Das wollte er selbst als Papst nicht aufgeben - und behielt als erster Pontifex sein Heimatbistum.

Suidgers Wahl zum Kirchenoberhaupt wurde wiederum von Kaiser Heinrich unterstützt. Drei rivalisierende Päpste konkurrierten zu der Zeit um die Macht in Rom, als sich Heinrich auf den Weg machte, um sich offiziell zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches krönen zu lassen. Zu seinem Gefolge gehörte auch der Bamberger Bischof. Unterwegs wurden mehrere Synoden einberufen, die schließlich - freilich nicht ohne Widersprüche - die Absetzung der drei Päpste zur Folge hatten. Gefördert von Heinrich, dem ein deutsches Kirchenoberhaupt in Rom nur gelegen kommen konnte. In Rom wurde am Heiligen Abend 1046 schließlich Clemens II. von Volk und Kurie zum Papst gewählt. Ein Konklave gab es noch nicht.

Papst Clemens II. bekämpfte die Simonie, den Kauf der geistlichen Ämter, und versuchte, die weit verbreitete Priesterehe zu unterbinden. Schon mit der Wahl eines damals unüblichen Papstnamen distanzierte er sich von den herrschenden Verhältnissen. Durch ihn, den Deutschen, wurde das Papstamt losgelöst von den Interessen der römischen Adelsfamilien und eingebunden in die damalige Weltkirche, die eng verbunden war mit dem Kaisertum. Kaiser und Papst standen gemeinsam an der Spitze des Abendlands.

Zeit für große Reformen blieb Clemens II. nicht, schon neun Monate nach seinem Amtsantritt starb er im italienischen Kloster San Tommaso. Die Umstände sind bis heute ungeklärt und lassen Raum für Spekulationen. Das Grab von Papst Clemens II. wurde mehrmals geöffnet. Die Gewänder des Papstes, der laut einer Untersuchung "von mittelgroßem feingliedrigen Körperbau war und rötlich-blondes Haar hatte", wurden dabei entnommen und sind heute im Diözesanmuseum zu sehen. Noch ein Superlativ, denn die Kleider, darunter eine Glockenkasel und seidene Pontifikalstrümpfe, stellen den ältesten erhaltenen Papstornat überhaupt dar.

 


 

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