Besucher können ab Samstag auch die Innere Grotte und den Innenhof besichtigen
Die Bayerische Schlösserverwaltung bietet ab Samstag im Alten Schloss in der
Eremitage neue Führungen an. Jeden Tag können Besucher ab 9.15 Uhr an einer
der insgesamt neun Führungen teilnehmen. Sie besichtigen nicht nur die
Innere Grotte mit den berühmten Wasserspielen, sondern auch den Innenhof des
Alten Schlosses. Der Hofgarten der Eremitage mit seiner spannenden
Gartengeschichte wird ebenfalls Thema sein.
Mit den neuen Führungen will die Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth
ihren Besuchern trotz der bis 2009 andauernden Baumaßnahmen im Alten Schloss
ein attraktives Angebot präsentieren. "Wie nehmen die Besucher zu einer
kleinen Zeitreise mit: Vom Sonnentempel aus geht es zum Orangerieschloss
über den Apollontempel zur Oberen Grotte", kündigte die Leiterin der
Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth, Christine Maget, an.
Wie einst die Gäste von Markgraf Georg Wilhelm werden die Besucher durch den
Parnass, den Sitz der Musen Apolls und des Dichterpferdes Pegasus, in die
Welt der Kunst und Empfindsamkeit geführt. Anschließend schreiten sie hinab
in die bizarre Grotte des Alten Schlosses auf dem Weg der Erniedrigung und
symbolhaften Reinigung, bevor sie aus dem geheimnisvollen Dunkel der Grotte
zum Licht und zur Erkenntnis emporsteigen und in den klösterlichen Innenhof
der einstmaligen Einsiedelei eintreten dürfen.
Aufgrund der Restaurierungsarbeiten müssen die übrigen Schauräume des Alten
Schlosses in diesem Sommerhalbjahr jedoch geschlossen bleiben.
Führungen: täglich um 9.15 Uhr, 10.15 Uhr. 11.15 Uhr. 12.15 Uhr, 13.15 Uhr,
14.15 Uhr, 15.15 Uhr, 16.15 Uhr, 17.15 Uhr
Dauer: rund 45 Minuten
Kosten: 3 Euro, 2 Euro ermäßigt
Treffpunkt: Museumskasse vom Neuen Schloss
Mehr Informationen unter www.schloesser.bayern.de
Im Juni 2005 haben unter der Leitung des Staatlichen Bauamtes Bayreuth die
Restaurierungsarbeiten am Alten Schloss in der Eremitage begonnen. Im
Frühjahr 2006 wird die Dachkonstruktion instandgesetzt und das Dach
neueingedeckt. Die grundlegende Sanierung des Gebäudes und des Daches sowie
die Restaurierung der Schauräume war notwendig, da in undichte Stellen
Feuchtigkeit eingedrungen war. Darunter litten Deckenstuckakturen,
Vergoldungen, Wandbespannungen und Fresken.
2006 und 2007 sollen Marmorsaal und Herrenflügel, 2007 und 2008 der
Damenflügel und 2008 bis Mitte 2009 der Grottenbau restauriert werden.
Zeitgleich werden in mehreren Teilabschnitten die Fassaden instandgesetzt.
Es ist geplant, die Restaurierung des Alten Schlosses 2009 abzuschließen.
Dann wird auch wieder das chinesische Spiegelscherbenkabinett wieder
hergestellt und die museale Ausstattung ergänzt sein, um das einmalige
Raumkunstwerk aus der Zeit der Markgräfin Wilhelmine in seiner Gesamtheit
präsentieren zu können. Der Bayerische Landtag bewilligte für die
Restaurierung 6 Millionen Euro.
Das Alte Schloss
Das Alte Schloss wurde unter dem Markgrafen Georg Wilhelm als Einsiedelei
1715-1718 von Johann David Räntz um einen Innenhof errichtet. Unter
Markgräfin Wilhelmine wurden dem Bau 1736/37 zwei seitliche Anbauten am
Fassadentrakt hinzugefügt. Im Fassadentrakt befindet sich der Marmorsaal,
flankiert von je einem Nebenraum und den Seitenflügeln. An ihn schließen
sich rückwärtig die beiden Seitenflügel mit den Eremitenzellen an. Den
südlichen Abschluss des Binnenhofes bildet der Grottenbau.